#SpanishGP: "LUST AUFS FAHREN IST UNGEBROCHEN"

Der Deutsche Moto2™ Pilot geht zwar etwas gehandicapt in das vierte Saisonrennen, doch der 25-Jährige ist hinlänglich für seinen Kampfgeist bekannt, sowie auch, dass er hart im Nehmen ist.

Der heftige Rennsturz von Austin ist bei Marcel Schrötter ohne ernsthaftere Folgen geblieben. Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis die Bänderverletzung in der linken Schulter vollständig ausgeheilt ist, doch der Draufgänger will es an diesem Wochenende im südspanischen Jerez de la Frontera unbedingt probieren. Unmittelbar nach der Ankunft in Deutschland wurde in der Klinik in Memmingen ein MRT-Scan gemacht, wo die bereits in Amerika gestellte Diagnose zweier gerissener Bänder bestätigt wurde. Zusätzlich suchte Schrötter noch weitere Ärzte und Spezialisten auf, um eine eventuell sofort notwendige Operation endgültig ausschliessen zu können. Tägliche Physiotherapien bei Spezialisten in seiner bayrischen Heimat wirkten sich positiv aus, sodass er sich bereit fühlt, in Jerez erneut angreifen zu können.

Begünstigt aufgrund der klimatischen Bedingungen Südspaniens, bildet der Grand Prix in Jerez de la Frontera seit vielen Jahren den Europaauftakt der Weltmeisterschaft. Die Rennstrecke wurde 1986 erbaut und im darauffolgenden Jahr fand erstmals der Gran Premio de Espana in Jerez statt. Seitdem ist der Circuito de Jerez die Heimat dieses bei allen Beteiligten äusserst populären Events des WM-Kalenders. In einer feierlichen Zeremonie am Donnerstag wurde die Rennstrecke in Circuito de Jerez Ángel Nieto umbenannt. Damit gedenkt man dem im letzten Sommer verstorbenen 13-fachen (12+1) spanischen Ex-Champion. Der Circuito ist übrigens aufgrund seines anspruchsvollen Layouts in den Wintermonaten eine gern besuchte Teststrecke.

#23 Marcel SCHRÖTTER (Dynavolt Intact GP, KALEX) - WM-Position 11 (15 Punkte):

"Nach dem fiesen Sturz in Texas und dem stechenden Schmerz bin ich froh, dass ich überhaupt nach Jerez kommen konnte und es am Freitag probieren kann. Sofort nach der Rückkehr aus Amerika habe ich mehrere Ärzte und Spezialisten aufgesucht. Zum Glück ergaben alle Untersuchungen nirgends einen Bruch oder gar Schlimmeres. Von den gerissenen Bändern wusste ich ja schon seit Austin. Der erste Schock, dass womöglich doch eine Operation notwendig wäre, war schnell verflogen. Der gleiche Arzt gab mir nämlich noch umgehend die Freigabe für dieses Rennwochenende. Zumindest, dass ich es probieren kann. Trotzdem muss man abwarten, ob es wegen unerträglicher Schmerzen überhaupt Sinn macht."

"Ich war dennoch skeptisch und spekulierte damit, mich kurzfristig doch operieren zu lassen. Das hätte mir zumindest die Sicherheit gegeben, dass wieder alles stabil ist. Das Gefühl mit meiner Schulter war nicht gerade optimal. Nach Rücksprache mit meinem Team, habe ich aber diese Gedanken gleich wieder verworfen. Ausserdem habe ich am vergangenen Wochenende eine leichte Besserung gespürt. Die Therapien, die ich seit der Heimkehr machte, zeigen Wirkung. Es haben viele mitgeholfen, dass in der kurzen Zeit mit der Schulter solche Fortschritte erzielen konnte. Ein grosser Dank an alle, aber vor allem an Jürgen (Lingg) und Stefan (Keckeisen), die alle Hebel in Bewegung setzten, dass ich bei all diesen Spezialisten und Therapeuten sofort Termine bekommen haben und immer super behandelt wurde."

"Ich freu mich daher riesig, dass ich beim ersten Rennen in Europa dabei sein kann. Es ist schwer abzuschätzen, wie das Ganze funktionieren wird, bevor ich nicht die ersten Runden gefahren bin. Die Schulter ist beim Fahren nicht unwichtig. Daher wird es entscheidend sein, wie ich mich auf dem Motorrad bewegen kann. Generell dürfte meine Position beim Bremsen und Beschleunigen nicht so schlecht sein. Es geht eher um die seitlichen Bewegungen, von links nach rechts und umgekehrt. Dies könnte problematisch werden. Nichtsdestotrotz werde ich alles geben, um die bestmöglichen Ergebnisse einzufahren und dort weiterzumachen, wo wir vor dem unglücklichen Sturz waren. Meine Lust aufs Fahren ist ungebrochen. In den bisherigen Rennen in dieser Saison, haben wir gezeigt, dass wir weit vorn mitkämpfen können."

Daten Circuito de Jerez Ángel Nieto:

Erstmals Austragungsort GP de Espana: 1987

Länge: 4.423 Meter

Breite: 11 Meter

Längste Gerade: 607 Meter

Linkskurven: 5

Rechtskurven: 8

Beste Moto2™ Pole-Position: 1´42.080 (2017)

Moto2™ Rundenrekord: 1´42.596 (2017)

Moto2™ Zeitplan GP de Espana (MESZ):

Freitag, 4. Mai: 10:55 - 11:40 FP1

Freitag, 4. Mai: 15:05 - 15:50 FP2

Samstag, 5. Mai: 10:55 - 11:40 FP3

Samstag, 5. Mai: 15:05 - 15:50 QP

Sonntag, 6. Mai: 09:10 - 09:30 Warm-Up

Sonntag, 6. Mai: 12:20 Rennen (23 Runden - 101,729 km)

Moto2™ WM-Stand:

1 Francesco BAGNAIA / ITA / KALEX / 57

2 Mattia PASINI / ITA / KALEX / 47

3 Alex MARQUEZ / SPA / KALEX / 47

4 Miguel OLIVEIRA / POR / KTM / 43

5 Lorenzo BALDASSARRI / ITA / KALEX / 39

6 Xavi VIERGE / SPA / KALEX / 28

7 Joan MIR / SPA / KALEX / 27

8 Brad BINDER / RSA / KTM / 20

9 Iker LECUONA / SPA / KTM / 16

10 Dominique AEGERTER / SWI / KTM / 16

11 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX / 15

12 Remy GARDNER / AUS / Tech 3 / 14

13 Jorge NAVARRO / SPA / KLAEX / 14

14 Luca MARINI / ITA / KALEX / 10

15 Isaac VINALEX / SPA / KALEX / 7