#ValenciaGP: 2018 mit 15 Top-Zehn-Platzierungen abgeschlossen

Marcel Schrötter rundete seine bisweilen stärkste Saison in der Weltmeisterschaft mit einem sauberen siebten Rang im Regenrennen von Valencia ab.

Marcel Schrötter hatte am Sonntag bei schwierigen Streckenverhältnissen das richtige Gespür in der Gas-Hand. Und manchmal auch etwas Glück. Nach der letzten Zieldurchfahrt des Jahres blickte der 25-jährige auf einige Schrecksekunden während des Rennens zurück, sowie aber auch auf seine bislang stärkste Saison. Schrötter beendete die aktuelle Meisterschaft mit 147 Punkten als Gesamtachter. Der absolute Höhepunkt war sein erstes Grand-Prix-Podium im vergangenen September in Misano.

Am kommenden Wochenende beginnt bereits die neue Saison mit einem dreitägigen Test auf dem Circuito de Jerez. Bei diesem Anlass kommen zum ersten Mal die 2019er Prototypen ausgestattet mit dem 765ccm Dreizylinder Triumph-Motor zum Einsatz.

#23 Marcel SCHRÖTTER (Dynavolt Intact GP, KALEX), 7. (WM-Position 8, 147 Punkte):

"Im Grossen und Ganzen kann ich zufrieden sein, auch wenn der siebte Rang aufgrund einiger Ausfälle zustande kam. Doch ich bin bei diesen schwierigen Bedingungen sitzengeblieben und habe das Motorrad heil in die Box zurückgebracht. Von dem her ist meine Leistung sicher nicht schlecht. Das Rennen hat allerdings aufgrund des Zwischenfalls mit Bagnaia und Marini recht turbulent begonnen. Ich musste ein bisschen weitgehen und im nächsten Augenblick habe ich einen riesen Krach gehört, als ob ein Motorrad von hinter daher gerutscht kommt. Wahrscheinlich war es aber die Maschine von Marini, doch ich hatte das Gefühl es kommt von hinten. Daher habe ich sicherheitshalber nochmals aufgemacht und nach hinten geschaut. Somit war die erste Runde mehr oder weniger schon kaputt. Die nächsten Runden waren vom Gefühl nicht die schnellsten, aber ich wollte auch nichts überstürzen. Ein Regenrennen ist immer lang und es kann viel passieren. Ich wusste auch, dass meine Pace ist gut. Trotzdem hat es zu lange gedauert, um ein Gefühl für die Bedingungen aufzubauen. Am Grid haben wir sogar noch einen Reifenwechsel gemacht, was sich auch positiv ausgewirkt hat. Ich bin also mit jenem Reifen gefahren, den wir im Warm-Up schon verwendet haben. Das war definitiv die richtige Entscheidung. Zur Front hingegen hatte ich einfach kein Vertrauen. Manche Kurvenabschnitte konnte ich daher nicht so zügig fahren, wie ich eigentlich wollte. Darum brauchen wir gar nicht lange die Sache schönreden, denn ohne die Ausfälle wäre sicher kein akzeptables Ergebnis herausgekommen. Mir war aber klar, dass viel passieren wird und daher habe ich einfach versucht, mich von all den Zwischenfällen nicht ablenken zu lassen. Das war aber nicht immer einfach, da man mit den Vorderleuten immer mithalten will. Natürlich umso mehr, wenn von einem Gegner überholt wird. Diesen will man dann auf keinen Fall ohne Gegenwehr ziehen lassen. Ich habe auch stets dagegengehalten, aber viele, die mich überholt haben, sind dann nicht sehr weit gekommen. Im letzten Saisonrennen wollte ich unbedingt ins Ziel in kommen. Und angesichts der Bedingungen, speziell auf dieser Strecke im Regen, kann sich ein siebter Platz durchaus sehen lassen. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir aufgrund des guten Gefühls heute Vormittag im Warm-Up mehr ausgerechnet hätte. Im letzten Drittel ging es auch deutlich besser, bis vier Runden vor Schluss der Vorderrad-Grip komplett weg war. Die letzten Runden waren daher brutal mühsam und ich wäre sogar zwei, drei Mal selbst auf der Schnauze gelegen. In Kurve drei, in dem schnellen Linksknick, ist einmal das Motorrad vorne schon komplett weggerutscht gewesen. Ich bin gefühlte zehn Sekunden dahingerutscht, konnte es aber irgendwie gerade noch abfangen. Danach galt es in den letzten zwei Runden einfach nur noch ins Ziel zu kommen. Es war bestimmt nicht eines meiner besten Rennen. Doch wie gesagt, wenn im Regen das Gefühl nicht 100 Prozent vorhanden ist, dann ist es gleich eine Welt, die man verliert. Trotzdem haben wir die Saison mit einem beachtlichen Ergebnis beendet. Ausserdem bin ich jedem Rennen, in dem ich die Zielflagge gesehen habe, unter den ersten Zehn gelandet. Das ist sicher auch nicht verkehrt und daher kann ich mit meiner bislang stärksten Saison zufrieden sein. Wir haben sicher ausreichend Potenzial, um uns nächstes Jahr weiter zu verbessern. Einen grossen Dank an das gesamte Team. Meine Leute haben immer super gearbeitet und wir hatten auch jederzeit eine gute Stimmung im Team. Ich freue mich schon auf die neue Saison, auch wenn uns Felix leider verlässt. Er steigt in die MotoGP auf und das freut mich natürlich für ihn. Auf der anderen Seite hoffe ich ihm bald folgen zu können. Alles Gute Felix, Danke Patrick und meiner gesamten Crew."

 

#ValenciaGP Moto2™ - Rennergebnis nach 25 Runden:

1 Miguel OLIVEIRA / POR / Red Bull KTM Ajo / KTM / 45´07.639

2 Iker LECUONA / SPA / Swiss Innovative Investors / KTM / +13.201

3 Alex MARQUEZ / SPA / Estrella Galicia 0,0 Marc VDS / KALEX / +22.175

7 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / Dynavolt Intact GP / KALEX / +33.086

Moto2™ World Standing:

1 Francesco BAGNAIA / ITA / KALEX / 306

2 Miguel OLIVEIRA / POR / KTM / 297

3 Brad BINDER / RSA / KTM / 201

8 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX / 147