#FrenchGP: "Schleunigst zu alter Stärke zurückkehren"

Mit Rang acht konnte der 26-jährige Bayer einigermassen das Beste aus der unangenehmen Situation wegen der Fussverletzung holen.

Marcel Schrötter musste am Sonntag erneut die Zähne zusammenbeissen, um acht kostbare WM-Punkte aus Frankreich mitzunehmen. Der Kalex-Pilot des deutschen Teams Dynavolt Intact GP fuhr bei trockenen Bedingungen ein fehlerfreies Rennen, fand aber keinen Weg an seinem Teamkollegen Tom Lüthi vorbei, den er die meiste Zeit folgte. Angesichts der Tatsache, dass Schrötter erst vor einer Woche operiert wurde, ist diese Leistung dennoch sehr beachtlich.

In zwei Wochen steht mit Mugello der erste Klassiker des WM-Kalenders auf dem Programm.

#23 Marcel SCHRÖTTER (Dynavolt Intact GP, KALEX), 8. (WM-Position 5, 56 Punkte):

"Angesichts der Umstände muss ich mit dem Erreichten zufrieden sein. Wir haben hinsichtlich meiner Verletzung dennoch einiges aus der Situation geholt. Die Pace im Rennen war gar nicht so schlecht. Wir müssen uns aber verbessern. Es ist schwer zu sagen, ob es an den neuen Reifen lag, die wir seit Jerez haben und die wir bei den Wintertests nur kurz zum Probieren hatten, oder wieviel meine Verletzung ausmacht. Das muss man ein bisschen abwägen, wieviel Auswirkung das eine oder das andere hat. Ich denke, dass ich mich aber mit meiner Behinderung gut zurechtgefunden habe. Wir haben in der momentanen Situation einfach leichte Schwierigkeiten, egal ob diese von den Reifen kommen oder nicht. Mein Motorrad war aber generell gut vorbereitet. Doch im Kurvenausgang verliere ich zu viel Zeit. Ich kann es nicht schnell genug einlenken und habe dann Probleme mit dem Grip."

"Als ich hinter Tom (Lüthi) fuhr, hatte ich das Gefühl, dass ich schneller könnte und vorbeimüsste. Im Kurvenausgang war ich aber immer zu weit weg und ich hatte auch nie den richtigen Windschatten. Trotzdem habe ich es zweimal versucht. Das waren aber wirklich schlechte Überholmanöver von mir. Letztendlich habe ich nicht gewusst, wo ich ihn attackieren soll und ich wollte auf gar keinen Fall Mist bauen. Im Gegenzug sind leider die Verfolger rangekommen. In der letzten Runde wollte ich alles vorbereiten. Im nächsten Augenblick kam aber Bastianini von hinten, weil ich die Tür nicht zugemacht hatte. Ganz zum Schluss noch eine Position zu verlieren, ist natürlich immer bitter. Der sechste Platz wäre also auf jeden Fall möglich gewesen. Daher ist der Ausgang des Wochenendes hinsichtlich meiner körperlichen Verfassung ganz ok. Wir waren in der Lage aus einer schwierigen Situation einiges herauszuholen. Wir müssen aber schauen, dass wir schleunigst wieder dahinkommen, wo wir in den ersten Rennen waren."

"Eine Verletzung ist immer eine Behinderung. In den Trainings ist es daher fast unmöglich, einen Rhythmus zu finden. Es gelingt selten sieben, acht oder neun Runden am Stück richtig zu ziehen, ohne die Schmerzen zu spüren. Dieser Umstand führte in meinem Fall nach drei, vier Runden immer wieder zu Fehler. Das sind eben Dinge, die nicht passieren, wenn man fit ist. Folglich kann man in Ruhe seinen Rhythmus aufbauen. Ich habe auch keine Injektionen bekommen, sondern ich habe nur Schmerztabletten genommen. Wie zu sehen war, bin ich auch gut über die Distanz gekommen, sonst hätte ich nicht in der vorletzten Runde meine schnellste Rennrunde fahren können. Trotzdem habe ich die Zähne zusammenbeissen müssen. Am Dienstag und Mittwoch ist ein Test in Barcelona geplant. Wir müssen aber erst schauen, wie bis dahin die Verfassung des linken Fuss ist. In der momentanen Situation wäre es aber gut, wenn ich diesen Test fahren könnte. Für die nächsten Rennen haben wir nur diese neuen Reifen zu Verfügung und daher müssen wir etwas finden, um wieder zu unserer alten Stärke zurückkehren zu können. Durch die Ausfälle von Baldassari und Gardner hätte sich heute eine riesen Change ergeben. Aber mit einem achten Platz gewinnt man einfach nichts. Mit einem Ergebnis unter den ersten Fünf würde es in der Meisterschaft anders ausschauen. Auf der anderen Seite ist vorne alles eng beisammen und die Saison ist noch lang. Daher gilt es weiterzumachen, hart zu arbeiten und dann sind wir wieder dabei."

 

#FrenchGP Moto2™ - Rennergebnis nach 25 Runden:

1 Alex MARQUEZ / SPA / Estrella Galicia 0,0 Marc VDS / KALEX / 40´36.428

2 Jorge NAVARRO / SPA / Lightech Speed Up / Speed Up / +1.119

3 Augusto FERNANDEZ / SPA / Flexbox HP 40 / KALEX / +1.800

8 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / Dynavolt Intact GP / KALEX / +10.475

Moto2™ WM-Stand:

1 Lorenzo BALDASSARRI / ITA / KALEX / 75

2 Thomas LÜTHI / SWI / KALEX / 68

3 Jorge NAVARRO / SPA / Speed Up / 64

5 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX / 56