#FrenchGP: Top-Zehn im Rennen stärkt das Selbstvertrauen wieder

Nach einem katastrophalen Wochenende hat Marcel Schrötter bei schwierigen Bedingungen im Rennen ein wenig zu seiner alten Stärke zurückgefunden.

Der Frankreich-Grand-Prix 2020 wird Marcel Schrötter wahrscheinlich noch eine Weile in Erinnerung bleiben. Zum ersten Mal in seiner Karriere musste der 27-jährige Deutsche vier Trainingsstürze verkraften. Der letzte des Wochenendes passierte zum ungünstigsten Zeitpunkt am Sonntagmorgen im Warm-Up. Während die vorangegangenen harmlose Ausrutscher waren, war es zum Schluss ein Highspeed-Crash.

Aufgrund einer Verletzung eines anderen Fahrers rutschte Schrötter in der Startaufstellung eine Position nach vorne. Von P18 gelang ihm ein Blitzstart. Dieser war der erste Beweis, dass der ehrgeizige Rennfahrer die Rückschläge der Trainings gut verdaut hatte. Auf einer mehr und mehr abtrocknenden Strecke fand Schrötter schliesslich auch zügig seinen Speed wieder und überholte bis ins Ziel nicht weniger als acht Konkurrenten.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), P10:

"Die Vorbereitung für das Rennen war sicher nicht einfach. Wenn man in fast jeder Session einen Crash baut, dann wirkt sich das natürlich nachteilig auf das Selbstvertrauen aus. Darüber hinaus passierte der Sturz heute Morgen bei hoher Geschwindigkeit. Dabei habe ich mir den Kopf leicht angeschlagen. Die Voraussetzungen für dieses Rennen waren also alles andere als optimal. Jedenfalls war nach dem vierten Sturz das Vertrauen komplett weg. Man fängt also irgendwann zu überlegen an, ob man überhaupt noch auf das Motorrad steigen will. Das mag sich vielleicht schlimm anhören, aber so etwas kenne ich normal von mir nicht. Vier Stürze an einem Wochenende habe ich noch nie erlebt. Es war wirklich sehr zäh dieses Mal."

"Zum Schluss hat auch noch das Wetter ein wenig verrückt gespielt. Solche Verhältnisse helfen auch nicht weiter, das Vertrauen wieder zu finden. Nach der Besichtigungsrunde zur Startaufstellung war allerdings schnell klar, dass es auftrocknen wird und daher nur Slicks in Frage kommen. Ich habe mich dann auch von Anfang an wohl gefühlt. Das Problem war nur, von meinem Startplatz nach vorne zu kommen. Das war eine schwierige Aufgabe, weil anfänglich nur eine schmale Linie trocken war. Ausserdem hatten mehrere Fahrer vor mir einen Rutscher und ich musste jedes Mal das Gas zudrehen. Das hat manchmal viel Zeit gekostet und deshalb sind einige Lücken entstanden, oder es hat etwas länger gedauert, um einen Fahrer zu überholen. Abgesehen davon haben wir uns für einen anderen Vorderreifen entschieden. Es war uns klar, dass dieser nicht die schnellere Option ist, aber es war für mich die sichere Lösung."

"Das hat sich auch bestätigt, da ich das Rennen beendet habe. Ich denke, bis kurz vor Schluss habe ich es auch sehr ordentlich gemacht. Leider hatte ich in der letzten Runde einen Fast-Highsider, weshalb Baldassarri noch durchschlüpfen konnte. Im nächsten Augenblick hat es Bastianini mit einer ziemlich harten Aktion probiert. In dieser Situation hat Chantra die Gunst der Stunde genutzt. Die letzten zwei Runden sind überhaupt wieder ziemlich dumm gelaufen, was eigentlich nicht vorkommen sollte. Letztendlich haben wir einen zehnten Platz gerettet, was nach diesem Desaster-Wochenende gute Schadensbegrenzung ist. Ich muss nun versuchen all diese Rückschläge abzuhaken und in Aragon wieder in alter Stärke zurückzukommen. Daher nochmals eine grosse Entschuldigung an das gesamte Team. Ich hoffe, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird. Tut mir leid und auch Danke für ihren grossartigen Job, das Motorrad hat immer gut funktioniert."

EN: Top ten finish boosts self-confidence again

After a disastrous weekend, Marcel Schrötter was able to regain some of his old strength in difficult race conditions.

The 2020 edition of the French Grand Prix will probably remain in Marcel Schrötter's memory for a while. For the first time in his career, the 27-year-old German had to cope with four crashes. The last one of the weekend happened at the worst possible point of time on Sunday morning during warm-up. While the previous ones were harmless slips, this time it was a high-speed crash.

Due to an injury of another rider, Schrötter slipped one position forward in the starting grid. From P18 he managed a lightning start. This was a first proof that the ambitious racer had digested the setbacks of practice sessions well. At a track that dried out more and more, Schrötter quickly regained his speed and overtook no less than eight competitors by the finish.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), P10:

"Preparation for the race was certainly not easy. If you crash in almost every session, it naturally has a negative effect on your self-confidence. Furthermore, the crash this morning happened at high speed. I hit my head slightly. So, prerequisites for this race were anything but optimal. Anyway, after crash number four, my confidence was completely gone. Therefore, at some point you start to think about whether you want to get on the bike at all again. That may sound badly, but I do not know this kind of thing about myself normally because I have never experienced four crashes in one weekend before. It was really tough this time."

"Beyond that, the weather was a little bit crazy either. Such conditions do not help to find the confidence again. After the sighting lap, however, it became quickly clear that it would dry out and therefore only slicks were an option. I felt comfortable right from the start. The only problem was to get to the front from my starting position. That was a difficult task because at the beginning only a narrow line was dry. In addition, several riders in front of me had a scary moment and I had to slow down every time. This sometimes did cost a lot of time and that was why there were some gap, or it took a bit longer to overtake a rider. Apart from that we decided to use a different front tyre. It was clear to us that this was not the faster option, but for me it was the safe solution."

"This has been confirmed because I finished the race. I think I did it very well until just before the end. Unfortunately, I had almost highsided in the last lap, so Baldassarri was able to slip through. In the next moment Bastianini tried it with a hard manoeuvre. This situation took Chantra to his advantage. The last two lap went stupid again, which should not happen. In the end we secured a tenth place, which is good damage control after this disaster weekend. Now I have to try to put all these setbacks behind me and come back to Aragon with the same strength as before. So again, a big apology to the whole team. I hope that something like this will not happen again. I am sorry and thanks for their great job, the bike always worked well."

#FrenchGP - Moto2™ Rennergebnis (25 Runden):

1 Sam LOWES / GBR / Estrella Galicia 0,0 Marc VDS / KALEX / 41´27.648

2 Remy GARDNER / AUS / Onexox TKKR SAG Team / KALEX / +3.822

3 Marco BEZZECCHI / ITA / SKY Racing Team VR46 / KALEX / +4.184

10 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX / +35.521

Moto2™ World Standing:

1 Luca MARINI / ITA / KALEX / 150

2 Enea BASTIANINI / ITA / KALEX / 135

3 Marco BEZZECHHI / ITA / 130

11 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / 60