#PortugueseGP: Schwieriges Jahr mit versöhnlichem Ausgang

Marcel Schrötter beendete eine ausserordentlich anstrengende Saison 2020 mit einem zwölften Platz im letzten Rennen und als Gesamtneunter.

Die Moto2™ World Championship 2020 ist nach dem sonntägigen Rennen auf der Achterbahn von Portimao bereits Geschichte. Traumhaftes Wetter am Wochenende sorgte für den entsprechenden Rahmen bei der Titelentscheidung. Mit dem Italiener Enea Bastianini wurde ein würdiger Champion gekürt. Marcel Schrötter und sein LIQUI MOLY Intact GP Team gratulieren dem neuen Weltmeister.

Schrötter hatte mit dem Ausgang der Meisterschaft nichts zu tun. Nach einem missglückten Qualifying am Samstagnachmittag, der 27-jährige Deutsche musste das letzte Saisonrennen aus der siebten Reihe in Angriff nehmen, fand er am Sonntagmorgen zu seiner üblichen Stärke zurück. Schrötter beendete das Warm-Up mit der Bestzeit. Im Rennen kam er am Start gut weg, doch ein Zwischenfall in Runde zwei raubte ihn den Rhythmus. Mit der sechstschnellsten Rundenzeit im Rennen unterstrich Schrötter dennoch sehr eindrucksvoll sein Potenzial. Bis zur Ziellinie kämpfte sich der ehrgeizige Rennfahrer noch bis auf Rang zwölf nach vorne.

Die neue Saison beginnt bereits in wenigen Tagen mit einem privaten zweitägigen Test auf dem Circuito de Jerez in Südspanien.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), P12 +16.864 - WM-Gesamtneunter:

"Ich denke, mit diesem zwölften Platz können wir einigermassen zufrieden sein. Es ist uns wieder einmal Schadensbegrenzung gelungen, denn von dort hinten, wo wir gestartet sind, nach vorne zu fahren, ist aufgrund aller Umstände, die hier zusammengekommen sind, bestimmt nicht einfach. Nach dem Start sind die ersten drei Kurven sehr eng und dann kommt noch hinzu, dass diese Strecke irgendwie immer noch ein bisschen neu ist. Auch wenn wir im Warm-Up sehr schnell waren, hatte ich das gesamte Wochenende nie einen richtig guten Rhythmus. Es waren immer wieder starke Sektorenzeiten dabei, aber ich habe es nur selten geschafft, konstant gute Runden hinzubekommen. Daher war es auch im Rennen enorm schwierig, vom Anfang bis zum Schluss sauber zu fahren."

"Erfreulich war, dass meine Starts dieses Jahr viel besser geworden sind. Egal von welcher Ausgangsposition, ich konnte mich in dieser Hinsicht stark steigern und in den meisten Rennen am Anfang gut durchsetzen. Auch heute bin ich wieder super weggekommen. In der zweiten Runde kam es allerdings zu einer haarigen Situation mit Jorge Navarro. Beim Versuch ihn zu überholen, hat er voll die Linie zugemacht. Seine Aktion war aber ok, weil er ja vor mir war. Aber ich habe mich schon am Boden liegen gesehen. Zum Glück bin ich nicht gestürzt, trotzdem habe ich deswegen vier, fünf Positionen verloren und es war ein hartes Stück Arbeit, diese wiedergutzumachen. Das war ein wenig schade, weil ich sonst von Anfang an den Rhythmus der anderen halten hätte können. Beim Aufholen habe ich viel riskieren müssen. Dabei haben meine Reifen ziemlich gelitten. Den Hinterreifen konnte ich einigermassen gut managen, aber der Vorderreifen sah nachher ziemlich übel aus."

"Im letzten Renndrittel habe ich mir daher sehr schwergetan, die Pace zu halten und dabei fehlerlos zu bleiben. Das war wirklich ein wenig bitter. Am Ende ist dann unser Ergebnis trotzdem nicht so schlecht, zumal wir damit die Meisterschaft als Neunter beendet haben. Wenn man einen Blick auf unsere Saison wirft und dann am Ende noch der neunte Gesamtrang dabei herauskommt, können wir uns nicht beklagen. Auf der anderen Seite zeigt diese Bilanz sehr deutlich, was eigentlich drinnen gewesen wäre, wenn wir öfters unser volles Potenzial abrufen hätten können. Trotzdem nochmals ein grosser Dank an das gesamte Team, allen Sponsoren und natürlich an meine Crew, mit der ich an diesem Wochenende zum letzten Mal zusammengearbeitet habe. Es tut mir leid für sie, dass ich sie so oft gequält habe und sie mit mir auch manchmal leiden mussten. Es waren aber sehr lehrreiche Jahr mit ihnen, allen voran mit Patrick Mellauner - Danke Patrick für alles."

"2020 war in vielen Belangen eine extrem anstrengende und schwierige Saison. Dafür nochmals mein Dank, dass jeder von uns bis zum Schluss durchgehalten hat. Mit dem Wechsel meiner Crew beginnt ein neuer Abschnitt. Daher hoffe ich, dass wir uns schnell und gut aufeinander einspielen, damit wir von Anfang an konstant bessere Resultate einfahren können. Zum Schluss möchte ich noch Enea Bastianini zum Titelgewinn gratulieren. Er war über die gesamte Saison gesehen der Beste, also ist er ein verdienter Weltmeister."

EN: A difficult year with a conciliatory outcome

Marcel Schrötter finished an extraordinarily exhausting 2020 season with a twelfth place in the last race and the championship ninth overall.

After Sunday’s thrilling race at the Portimao rolllercoaster, the Moto2™ World Championship 2020 is already history. Fantastic weather throughout the weekend provided the appropriate settings for the title decision in the intermediate class. With Italian rider Enea Bastianini a worthy champion was crowned. Marcel Schrötter and his LIQUI MOLY Intact GP Team congratulate the new world champion.

Schrötter had nothing to do with the outcome of the championship. After a failed qualifying session on Saturday afternoon, the 27-year-old German had to tackle the last race of the season from seventh row, but he returned to his usual strength of level of performance early on Sunday when he closed this morning’s warm-up as fastest rider out on track. In the race, he got off to a good start either, but an incident on lap two robbed him of his rhythm. With the sixth fastest lap time in the race, however, Schrötter nevertheless very impressively underlined his potential and he then fought his way up to twelfth place till the finish line.

For Schrötter and his team, the new season will get underway in just a few days with a private two-day test at the Circuito de Jerez in southern Spain.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), P12 +16.864:

"I think we can be reasonably satisfied with this twelfth place. Once again, we have managed to limit the damage, because moving forward from that bad starting position is certainly not easy due to all the circumstances that have come together this weekend. After the start, the first three corners are very tight and then there comes up the fact that this track is still a bit new somehow. Even though we were very fast in the warm-up session this morning, I never had a really good rhythm the whole weekend. There were always strong sector times, but I rarely managed to get consistently good laps together. So, it was also exceedingly difficult to ride smoothly from the beginning to the end of the race."

"I was happy to see that my starts have become much better this year. No matter from which grid position, I was able to improve a lot in this matter and in most of the races I was able to do well at the beginning. Also, today I left the line well. In the second lap, however, I had a scary situation with Jorge Navarro. When I tried to pass him, he completely closed the door. But it was ok, because he was still in front of me though, I already saw myself on the ground. Luckily, I did not crash, but I lost four or five positions because of it and it was a tough job to make up it again. It was a bit of a pity because otherwise I could have kept the rhythm of the others from the beginning. I had to risk a lot when I was catching up and my tyres suffered quite a bit. I was able to manage the rear pretty well, but the front tyre looked pretty bad afterwards."

"In the last third of the race I had a hard time to keep up the pace and in doing so to stay flawless. That was really a pity but, in the end, our result is not that bad, especially since we finished the championship in ninth place. If you look at our season and then to end up in ninth place overall, we cannot complain. On the other hand, this result shows very clearly what would have been possible if we had been able to reach our full potential more times. Nevertheless, once again a big thank you to the entire team, all sponsors and of course to my crew, with whom I worked for the last time this weekend. I am sorry for them that I tormented them so often and that they sometimes had to suffer with me. But it was a very instructive time for me with them, especially with Patrick Mellauner - thank you Patrick for everything."

"2020 was in many respects an extremely exhausting and difficult season. For this, once again my thanks that each of us never gave up until the end. With the change of my crew, a new chapter starts. So, I hope that we get used to each other quickly and well so that we can achieve consistently better results right from the beginning. Finally, I would like to congratulate Enea Bastianini on winning the title. He was the best throughout the entire season, so he is a worth World Champion."

#PortugueseGP - Moto2™ Rennergebnis (23 Runden):

1 Remy GARDNER / AUS / Onexox TKKR SAG Team / KALEX / 39´35.476

2 Luca MARINI / ITA / SKY Racing Team VR46 / KALEX / +1.609

3 Sam LOWES / GBR / Estrella Galicia 0,0 Marc VDS / KALEX / +3.813

12 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX / +16.864

Moto2™ WW-Stand:

1 Enea BASTIANINI / ITA / KALEX / 205

2 Luca MARINI / ITA / KALEX / 196

3 Sam LOWES / GBR / KALEX / 196

9 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / 81