#DohaGP: Trotz Rennsturz das Positive mitnehmen

Marcel Schrötter konnte am Sonntagabend in der Hitze des Gefechts einem vor ihm stürzenden Konkurrenten nicht mehr ausweichen. Beide Piloten blieben zum Glück unverletzt.

Bis zu diesem Zwischenfall kurz nach Halbzeit des zweiten Saisonrennens in Katar war es für Marcel Schrötter auf jedem Fall ein aufregender Abend. Der 28-jährigen Deutsche Moto2™ Pilot kam aus der sechsten Reihe gut weg, bevor ihm viele Positionskämpfe daran hinderten, seinen konstanten Rhythmus zu finden. Bei ständigen Versuchen an seinen direkten Gegnern vorbeizukommen, passierten allerdings immer wieder kleinere Fehler, sodass Schrötter in einer grossen Gruppe festhing. Bis zum Ausfall kämpfte er hauptsächlich mit dem Engländer Jake Dixon, der in einer schnellen Kurve die Kontrolle über sein Vorderrad verlor.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), NC:

"Die Situation zum Zeitpunkt des Sturzes war sehr unglücklich. Ich war in einer grossen Gruppe, in der wir alle sehr knapp beieinander lagen. Ausgerechnet in der Passage mit den drei schnellen Rechtskurven hintereinander ist direkt vor mir Dixon das Vorderrad eingeklappt. In diesem Abschnitt fährt man mitunter auch aufgrund des Windschattens sehr knapp am Hinterrad des Vordermanns. Im Ausgang der letzten dieser Kurven ist er vor mir gestürzt. Ich konnte absolut nichts dagegen machen und habe ihn praktisch ungebremst berührt. Im ersten Moment habe ich gedacht, dass ich den Sturz doch noch irgendwie abfangen könnte. Aber im nächsten Augenblick habe ich einen Schlag vom Motorrad bekommen und bin selbst auch dagelegen. Das wars also. Zum Glück ist uns beiden nichts passiert."

"Wegen meiner schlechten Startposition konnte ich mich nicht so gut nach vorne kämpfen wie vor einer Woche. In unserer Gruppe waren ein paar schnelle und hartnäckige Jungs dabei. Nichtsdestotrotz habe ich mich auf dem Motorrad sehr wohl gefühlt, es hat wirklich alles wunderbar funktioniert. Ich hatte nur auf der Bremse Schwierigkeiten dagegenzuhalten. Ich habe oft Leute überholt, konnte aber im Kurveneingang die Linie nicht halten. Meistens passierte das in Kurve eins. Daher habe ich immer wieder Positionen verloren, die ich zuvor gutgemacht hatte. Ich bin also in diesem Pulk festgehangen. Das war schade, weil ich spürte, dass heute Potenzial für viel mehr vorhanden gewesen wäre, zumal ich auch nach zwischenzeitlichen Fehlern immer wieder zu meinen Vorderleuten aufschliessen konnte."

"Obwohl für den Sturz keiner was dafürkonnte, ärgert es mich ein wenig. Ich denke, von der Pace her hätte ich bis zum Schluss noch ein ernstes Wort mitreden können. Unsere Gruppe reichte bis auf Platz fünf nach vorne. Also wäre bestimmt wieder ein solides Top-Ten-Ergebnis möglich gewesen. Aber ein Malheur wie dieses kann einfach passieren, wenn sich man im Mittelfeld festgefahren hat. Nichtsdestotrotz müssen wir das Positive mitnehmen und schauen, dass wir unsere Qualifying-Performance verbessern. Mit diesem Ziel müssen wir in zwei Wochen in Portimao weitermachen. Trotzdem haben wir heute wichtige Punkte für die Meisterschaft liegengelassen. Das ist wirklich jammerschade."

#DohaGP - Moto2™ Rennergebnis (20 Runden):

1 Sam LOWES / GBR / ELF Marc VDS Racing Team / KALEX / 39´52.704

2 Remy GARDNER / AUS / Red Bull KTM Ajo / KALEX / +0.190

3 Raul FERNANDEZ / SPA / Red Bull KTM Ajo / KALEX / +3.371

NC #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX

Moto2™ World Standing:

1 Sam LOWES / GBR / KALEX / 50

2 Remy GARDNER / AUS / KALEX / 40

3 Raul FERNANDEZ /SPA / KALEX / 27

14 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX / 8

EN: Taking the positives despite a race crash

In the heat of the moment, Marcel Schrötter was unable to avoid colliding with a competitor who crashed in front of him on Sunday evening. Fortunately, both riders escaped uninjured.

Until this incident shortly after halfway point of the second race of the season in Qatar, it was definitely an exciting evening for Marcel Schrötter. The 28-year-old German Moto2™ rider got off to a good start from sixth row before lots of battles for positions prevented him from finding his consistent rhythm. However, in constant attempts to get past his direct opponents, minor mistakes kept happening, leaving Schrötter stuck in a large group. Until the retirement he fought mainly with Englishman Jake Dixon, who lost control of his front in a fast place at turn 14.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), NC:

"The situation at the time of the crash was very unfortunate. I was in a large group in which we all raced very close together. In that part of the track with the three fast right-hand corners in a row, Dixon's front folded directly in front of me. In these corners you sometimes are very close to the rear wheel of the rider in front, also because of the slipstream. At the exit of the last of these corners he crashed in front of me. I could do absolutely nothing about it and touched him practically without braking. In the first moment I thought that I could still safe the fall somehow. But in the next moment I got a blow from the bike and crashed myself. So that was it. Fortunately, nothing happened to either of us."

"Because of my poor starting position, I could not fight my way to the front as well as a week ago. There were a few fast and stubborn guys in our group. Nevertheless, I felt wonderfully comfortable with the bike, everything really worked perfectly. I only had trouble keeping up on the brakes. I often overtook people but then I was not able to keep the line in corner entry. Most of the time that happened in turn one. That was why I kept losing positions that I had made up before. So, I got stuck in this bunch. That was a shame because I felt there was potential for much more today, especially as I was always able to catch up with the guys in front of me even after making mistakes in the meantime."

"Although it was not anyone's fault for the crash, it annoys me a little. I think I could have had a serious say right up to the end because of our pace. Our group reached up to fifth place. So, another solid top ten result would certainly have been possible. But a mishap like this can happen when you get stuck in the midfield. Nevertheless, we have to take the positives and look to improve our qualifying performance. We have to continue with this goal in Portimao in two weeks. Nevertheless, we lost important points for the championship today. That's a real shame."