#ValenciaGP: «Es ist vorbei, aber es waren unbeschreiblich schöne Jahre»

Der 29-jährige Deutsche beendete sein vorerst letztes Moto2-Rennen am Sonntag in Valencia nach einer soliden Leistung auf dem zehnten Platz.

Kaiserwetter und ausverkaufte Tribünen auf dem stadionähnlichen Circuit Ricardo Tormo sorgten für einen würdigen Abschluss einer Saison, die bis zum Schluss spannend war. Auf der Strecke wurde noch einmal spannender Motorsport geboten, denn sowohl in der Moto2™ als auch in der Premier Class der MotoGP™ wurde der neue Champion erst beim Überqueren der Ziellinie ermittelt.

Für sein Abschiedsrennen hatte sich Marcel Schrötter vorgenommen, noch einmal alles zu geben und den vielen eigenen Fans, die zum Saisonfinale nach Valencia gekommen waren, eine tolle Show zu bieten. Aus der achten Reihe gestartet, machte Schrötter bereits in der ersten Runde zwei Positionen gut, bevor er in der folgenden Runde zwei weitere Plätze gutmachte. Danach dauerte es nicht lange, bis er sich in den Top-15 wiederfand und von da an ein konstantes Tempo fahren konnte. Je länger das Rennen dauerte, desto weiter rückte Schrötter im Feld nach vorne. Nach anstrengenden 25 Runden sah er die Zielflagge auf dem zehnten Platz.

Schrötter beendete die Moto2™-Weltmeisterschaft 2022 auf dem elften Gesamtrang. Es fehlten viereinhalb Punkte auf den angestrebten zehnten Platz, um seine beeindruckende Serie der letzten vier Jahre fortzusetzen. In sechs Saisons mit dem LIQUI MOLY Intact GP Team aus Memmingen holte Schrötter insgesamt drei Pole Positions und stand bei fünf Grand Prix auf dem Podium. Zudem landete er viermal in den Top Ten der Punktetabelle.

Ein neues Kapitel seiner Karriere beginnt in knapp zwei Wochen, wenn Schrötter mit einer Wildcard und seinem nächstjährigen MV Agusta Reparto Corse Team beim Saisonfinale der FIM Supersport World Championship auf Phillip Island in Australien antritt.

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), Rennen: P10 +35.177, WM-Elfter 123,5 Punkte

"Es fällt mir nicht leicht, mich von hier zu verabschieden. Es begann schon am Morgen mit diesem Kribbeln im Bauch und als ich dann in die Box kam und mein Motorrad sah, kamen noch mehr Emotionen hoch. Als ich es sah, lief mir ein Schauer über den Rücken, weil ich wusste, dass es mein letztes Rennen auf diesem Motorrad sein würde. Aber es steckt viel mehr dahinter, vor allem, weil ich schon so lange in diesem Team bin. Das ist etwas ganz Besonderes, und es ist schön, dass wir am Ende ein einigermassen anständiges Ergebnis erzielt haben, auch wenn ich damit nicht ganz zufrieden bin. Es war schade, dass ich die Jungs vor mir nicht angreifen konnte. Wie so oft in diesem Jahr habe ich mich nicht sehr wohl gefühlt. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte war es aus unserer Sicht extrem schwierig, das Gefühl für das Motorrad zu finden. Vor zwei Wochen in Malaysia war das anders, da habe ich mich mit meinem Paket sehr wohl gefühlt und dann haben auch die Ergebnisse gestimmt, was hier leider wieder etwas gefehlt hat. Deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht, ich hätte mir diesen Sonntag anders gewünscht - ein einstelliges Ergebnis am Ende wäre schön gewesen."

"Es gab ein paar Stürze im Rennen, was typisch für Valencia ist. Ich wollte also unbedingt auf dem Motorrad bleiben und das Rennen beenden. Ich wollte die Sache mit einem anständigen Burnout vor der Box beenden und nicht im Kiesbett landen, um dann einen langen Fussweg zurück zu haben. Das hat vielleicht ein oder zwei Prozent im Hinterkopf ausgemacht. Trotzdem war es ein schöner und emotionaler Tag für mich, er wird unvergesslich bleiben. Leider musste ich noch zur technischen Kontrolle und wurde dort etwas aufgehalten. Ich habe bewusst gewartet, damit ich mein Motorrad auch eigenhändig zurück an die Box und zum Team bringen konnte. Das gehört sich so. Allmählich wird es mir immer bewusster, dass es mein letztes Moto2-Rennen war. Aber ich denke, dass ich es wirklich realisieren werde, bis ich wieder zu Hause bin und meine Sachen wegpacke. Es waren grossartige Jahre mit dem Intact-Team. Sie haben mir geholfen, meine ersten Podiumsplätze und Pole Positions zu holen. Leider ist uns ein Sieg verwehrt geblieben. Darüber werde ich mein ganzes Leben lang traurig sein. Trotzdem habe ich es bei einem Grand Prix auf das Podium geschafft, und das nicht nur einmal. Für mich persönlich ist das Podium auf dem Sachsenring sicherlich das absolute Highlight. Einen solchen Erfolg bei seinem Heimrennen zu feiern, angefeuert von den einzigartigen Fans dort, ist etwas ganz Besonderes. Auch wenn es nur der dritte Platz war und nicht der Sieg."

"Bei einem Heimrennen ist der Druck für einen Fahrer, der sein Land vertritt, ungleich höher, und dann auf dem Podium zu stehen, ist mit nichts anderem zu vergleichen. Man hat das Gefühl, dass man den Fans etwas zurückgibt. Ansonsten würde ich unseren Doppelsieg in Austin auf die gleiche Stufe stellen. Das war ein unglaublich schöner Erfolg, nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Team. Ich denke, wir können ein bisschen stolz auf das sein, was wir gemeinsam erreicht haben. Unsere Erfolge waren gar nicht so wenige. Ausserdem freut es mich, dass ich es als Deutscher geschafft habe, so lange in der Weltmeisterschaft zu bleiben. Aber vorerst ist es ein Schlusspunkt für mich in der Moto2 und ich kann auf unglaublich schöne Jahre zurückblicken. Keiner weiss, was in der Zukunft passieren wird, aber für den Moment ist dieses Kapitel abgeschlossen. Nach so vielen Jahren fühlt es sich an, als würde ich mit dem Motorradfahren aufhören. Aber für mich geht es in einer anderen Meisterschaft weiter und ich bin sicher, dass ich diesen Sport noch einige Jahre auf höchstem Niveau betreiben kann. Aber erst einmal möchte ich dem gesamten Intact-Team, allen Sponsoren und Unterstützern, Fans und Freunden, und auch meiner Familie für alles danken, was sie in all den Jahren für mich getan haben. Danke an alle, vor allem an Jürgen Lingg, Stefan Keckeisen und Wolfgang Kuhn, die immer hinter mir gestanden haben. Last but not least gratuliere ich Augusto Fernandez zu seinem wohlverdienten Weltmeistertitel. Das Gleiche gilt auch für Pecco Bagnaia."

🇬🇧 #MS23 said: «It is over, but it was an indescribably beautiful time»

After a solid performance, the 29-year-old German finished his last Moto2 race for the time being in Valencia on Sunday in tenth place.

Glorious weather and sold-out grandstands at the stadium-like Circuit Ricardo Tormo provided a worthy conclusion to a season that was exciting right to the end. Exciting motorsport was once again on offer on track, as in both Moto2™ and the Premier Class MotoGP™ the new champion was only decided when it came to the chequered flag.

For his farewell race, Marcel Schrötter set his sights to give his all once again and put in a great show for the many of his own fans who had come to Valencia for the season’s finale. Starting from eighth row, Schrötter made up two positions on the very first lap before moving up another two places on the following lap. It wasn't long after that before he found himself in the top-15 and was able to race at a consistent pace from then on. The longer the race went on, the further Schrötter moved up the field. After exhausting 25 laps, he crossed the line in tenth place.

Schrötter finished the 2022 Moto2™ World Championship in eleventh place overall. He was four and a half points short of P10 he was aiming for to continue his impressive streak of the last four years. In six seasons with LIQUI MOLY Intact GP Team from Memmingen, Schrötter took a total of three pole positions and stood on the podium at five Grand Prix. He also finished in the top ten of the points table four times.

A new chapter in his career begins in just under two weeks' time when Schrötter competes with a wildcard and his next-year MV Agusta Reparto Corse team at the season finale of FIM Supersport World Championship at Phillip Island in Australia. 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), Race: P10 +35.177, Moto2 WC position: P11 - 123.5 points 

"It is not easy for me to say goodbye from here. It already started in the morning with this tingling in my stomach and then when I came into the garage and saw my bike, even more emotions came up. When I saw it, a shiver ran down my spine because I knew it would be my last race with this beauty. But there is a lot more to it, especially because I have been with this team for such a long time. It is very special, and it is nice that we got a reasonably decent result in the end, even if I am not entirely happy with it. It was a shame that I could not attack the guys in front of me. As so often this year, I did not feel very comfortable. Especially in the second half of the season it was extremely difficult to find the feeling for the bike. Two weeks ago, in Malaysia it was different, there I felt very comfortable with my package and then the results were also right, which was unfortunately missing here again something. That is why I am a bit disappointed; I would have liked this Sunday to be different - a single-digit result at the end would have been nice."

"There were a few crashes in the race, which is typical for Valencia. So, I really wanted to stay seated on the bike and finish the race. I wanted to finish with a decent burnout in front of the pits and not end up in the gravel and then have a long walk back. That might have been a percent or two in the back of my mind. Nevertheless, it was a beautiful and emotional day for me, it will remain unforgettable. Unfortunately, I still had to go to the technical inspection and was held up there a bit. I deliberately waited so that I also could bring back my bike to the garage and to the team by myself. That is the way it should be. Gradually it becomes more and more conscious to me that it was my last Moto2 race. But I think I will really realize it until I am back home and pack my things away. It has been great years with the Intact team. They helped me get my first podiums and pole positions. Unfortunately, we were denied a victory. I will be sad about that all my life. Nevertheless, I made it onto the podium at a Grand Prix, and not just once. For me personally, the podium at the Sachsenring is certainly the absolute highlight. To celebrate such a success at your home race, cheered on by the unique fans there, is something very special. Even if it was only third place and not victory because at a home race, the pressure for a rider representing his country is incomparably higher, and then to stand on the podium cannot be compared with anything else. You have the feeling that you are giving something back to the fans and all others. Otherwise, I would put our one-two in Austin at the same level. That was an incredibly nice success, not only for me but also for the whole team. I think we can be a bit proud of what we achieved together. Our successes were not so few."

"I am also pleased that, as a German, I have managed to stay in this World Championship for so long. But for the time being, it is a final point for me in Moto2 and I can look back on incredibly wonderful years. Nobody knows what will happen in the future, but for now this chapter is closed. After so many years it feels like I am retiring from motorcycling. But for me it will continue in another championship, and I am sure that I will be able to compete in this sport at the highest level for a few more years. But first I want to thank the whole Intact team, all sponsors and supporters, fans and friends, and also my family for everything they have done for me over the years. Thanks to everyone, especially Jürgen Lingg, Stefan Keckeisen and Wolfgang Kuhn, who have always backed me. Last but not least, congratulations to Augusto Fernandez on his well-deserved world championship title. The same goes to Pecco Bagnaia."

#ValenciaGP - Moto2™ Race Classification (25 Laps):

1 Pedro ACOSTA / SPA / Red Bull KTM AJO / KALEX / 39´52.413

2 Augusto FERNANDEZ / SPA / Red Bull KTM Ajo / KALEX / +1.232

3 Tony ARBOLINO / ITA / Elf Marc VDS Racing Team / KALEX / +10.163

10 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX / +35.177

Moto2™ World Standing:

1 Augusto FERNANDEZ / SPA / KALEX / 271.5

2 Ai OGURA / JPN / KALEX / 242

3 Aron CANET / SPA / KALEX / 200

11 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / 123.5