#AUSWorldSBK: Ziel erreicht an chaotischem Samstag

Nach einer guten Leistung in der Superpole beim Weltmeisterschaftsauftakt auf Phillip Island war das wechselhafte Wetter für Marcel Schrötter der Spielverderber für einen besseren Start in die Meisterschaft.
 
Ausgerechnet am ersten Renntag der neuen Saison machte das herrliche Sommerwetter der vergangenen Woche eine Pause, als in der letzten Nacht eine Wolkenfront die kleine Insel zwei Autostunden südlich von Melbourne erreichte. Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Tropfen fielen. Die alles entscheidende Superpole begann am späten Vormittag bei leichtem Regen, so dass die Zeitenjagd erst in den letzten Minuten der Session begann. Supersport-WM-Neuling Marcel Schrötter war auf Augenhöhe mit den etablierten Stars der Klasse, als er als einer der Ersten auf Slicks Top-Zeiten fuhr. Am Ende belegte er den sechsten Platz, was ihm einen Platz in der zweiten Startreihe einbrachte.
 
Am Nachmittag hatte sich die Wetterlage verschlechtert. Es begann wieder leicht zu regnen, als das Feld seine letzten Vorbereitungen in der Startaufstellung für das erste Rennen der Saison traf. Dennoch starteten Schrötter und sein Team MV Agusta Reparto Corse wie alle anderen auf Slicks. Er fand jedoch nicht sofort ein Gefühl für die teilweise nasse Strecke und fiel etwas zurück, bevor in der dritten Runde die rote Flagge wegen eines Unfalls gezeigt wurde. In der Pause bis zum Neustart wurde der Regen etwas stärker. Als das Feld aus der Aufwärmrunde zurückkam, begann es plötzlich stark zu regnen, so dass der Startvorgang abgebrochen werden musste. In der Startaufstellung wurden an der MV Agusta von Schrötter vorne und hinten Regenreifen aufgezogen. Damit lag er über die verkürzte Distanz von zehn Runden zunächst in der erweiterten Spitzengruppe. Das Podium war in Sicht, bis Schrötter wegen mangelnden Vertrauens in den Hinterreifen Tempo rausnehmen musste und im Ziel über einen sicheren siebten Platz froh war.
 
#23 Marcel SCHRÖTTER (MV Agusta Reparto Corse, MV Agusta F3 800 RR)
Startplatz: 6 / Rennen 1: P7
 
"Ich denke, es war okay, was wir heute gezeigt haben. Das Wichtigste war, dass wir Punkte geholt haben und die Erfahrung mitnehmen. Schon in der Superpole haben wir mit der zweiten Startreihe unser Ziel erreicht. Aber der Tag begann sehr typisch für Phillip Island. Das hat sich für mich etwas ungünstig ausgewirkt, weil ich die Reifen bei diesen Bedingungen noch nicht gut genug kenne. Die erste Runde ist mir einigermassen gelungen. Doch dann wurde der Regen stärker und ich rollte nur noch herum. Deshalb entschied ich mich für einen Boxenstopp, um reagieren zu können, so wie wir es auch mit dem Wechsel auf Slicks gemacht haben. Die ersten Runden damit waren allerdings alles andere als gut. Aber je länger ich draussen war, desto stärker wurde ich in der Schlussphase und konnte sogar meine bisher schnellste Zeit an diesem Wochenende fahren. Damit war ich zufrieden, zumal ich diese Runde allein gefahren bin, und auch das ganze Team freute sich über den sechsten Startplatz."
 
"Das Rennen war dann ein grosses Durcheinander. Von der ersten Runde an waren die Bedingungen ziemlich kritisch. An manchen Stellen regnete es mehr, in anderen Abschnitten weniger. Trotzdem sind wir mit Slicks gestartet, da die Pirelli-Reifen bei solchen Bedingungen guten Grip bieten. Das bin ich aus der Moto2 überhaupt nicht gewohnt. Sobald es mit den damaligen Reifen ein bisschen feucht wurde, fühlte es sich an wie auf Glatteis. In solchen Situationen muss ich lernen, mich mehr zu überwinden oder, anders gesagt, etwas mehr Mut zu zeigen. Auf jeden Fall muss ich mehr Vertrauen in die Reifen haben. Als ich mich an die Bedingungen angepasst hatte und schneller wurde, kam die rote Flagge heraus. Das war ein bisschen schade, denn ich denke, obwohl der Zug nach vorne schon ein bisschen abgefahren war, hätte ich noch einiges an Boden gutmachen können. Aber dann begann das Chaos noch grösser zu werden. Beim Re-Start war es ein langes Hin und Her, bis es wieder losging. Unsere Wahl war ein Regenreifen vorne und Slick hinten. Zum Glück wurde ein weiteres Mal abgebrochen, denn zu diesem Zeitpunkt war zu viel Wasser auf der Strecke für diese Kombination."
 
"Am Ende waren die Regenreifen die richtige Entscheidung, auch wenn einige andere zwischenzeitlich auf Intermediates ziemlich schnell unterwegs waren. Nach dem Start kam ich schnell gut zurecht, aber fast genauso schnell hatte ich kein Vertrauen in den Hinterreifen. In vielen Kurven bekam ich einfach keine richtige Schräglage hin. In der Mitte der Kurven war ich nicht schnell genug, weil ich ständig das Gefühl hatte, das Heck zu verlieren. In dieser Phase waren die anderen schneller. Ich hingegen wollte keinen dummen Fehler machen wie beim letzten Mal. Deshalb bin ich froh, auf dem siebten Platz gelandet zu sein und neun Punkte gesammelt zu haben, während einige der Spitzenreiter viele wichtige Punkte verloren haben. Es war uns klar, dass wir für diese Streckenbedingungen viel zu hart eingestellt waren. Das war wohl auch der Grund für mein schlechtes Gefühl in den Kurven. Aber in der kurzen Zeit war es unmöglich, alles zu ändern. So gesehen war es okay und morgen geht es weiter mit der nächsten Chance, es besser zu machen."
 
EN: Goal achieved on a chaotic Saturday

 

For Marcel Schrötter, nevertheless, after a good performance in Superpole at the World Championship opener at Phillip Island, the changeable weather was the spoiler for a better start in the championship.

On the first day of racing in 2023, of all days, last week's glorious summer weather took a break when a cloud front reached the small island located two hours in the south of Melbourne last night. It didn't take long for the first drops to fall either. The all-important Superpole began in the late morning in light rain, so that the time attack didn’t get underway until the final minutes of the session. Supersport World Championship rookie Marcel Schrötter was on a par with the more established stars of the class when he was one of the first to set top times on slicks. In the end, he finished sixth, which earned him a place on the second row of the grid.

In the afternoon, the weather situation had worsened. It began to rain lightly again as the field made its final preparations on the grid for the first race of the season. Nevertheless, Schrötter and his team MV Agusta Reparto Corse started on slicks like everyone else. However, he did not immediately find a feeling for the partially wet track and dropped down positions, but he started to regain this just before before the red flag was shown due to an accident on the third lap. In the break until the restart, the rain became a little heavier. When the field came back from the warm-up lap, it suddenly started to rain heavily, so that the start procedure had to be aborted. On the grid, rain tyres were fitted to the front and rear of Schrötter's MV Agusta. This initially put him in the extended leading group over the shortened distance of ten laps. The podium was in sight until Schrötter had to slow down due to a lack of confidence with the rear and was happy with a safe seventh place at the finish.

#23 Marcel SCHRÖTTER (MV Agusta Reparto Corse, MV Agusta F3 800 RR)
Grid position: 6th / Race 1: P7

"I think it was okay what we delivered today. The most important thing was that we scored points and took the experience with us. Already in Superpole we achieved our goal with the second row of the grid. But the day started very typically for Phillip Island. That was a bit unfavourable for me because I do not know the tyres well enough yet in these conditions. I managed the first lap to some extent. But then the rain got heavier, and I was just cruising around. That is why I decided to make a pit stop to be able to react, just like we did with the change to slicks. The first laps with them were anything but good, though. But the longer I was out, the stronger I became in the final phase and was even able to set my fastest time so far this weekend. I was happy with that, especially since I did it alone, and the whole team was also pleased with sixth place on the grid."

"The race was then a big mess. From the first lap, the conditions were pretty critical. In some places it rained more, in other sections less. Nevertheless, we started with slicks because the Pirelli tyres offer good grip in such conditions. I am not used to that at all from Moto2. As soon as it got a bit damp with the tyres of that time, it felt like being on black ice. In situations like that, I have to learn to overcome myself more or, in other words, show a bit more courage. In any case, I need to have more confidence in the tyres. When I adapted to the conditions and got faster, the red flag came out. That was a bit of a shame, because I think even though the guys at the top were already gone a bit, I could still have made up some ground. But then the chaos started to get even bigger. At the re-start it was a long back and forth until it started again. Our choice was a rain tyre in front and slick in the rear. Fortunately, another stop was made because there was too much water on the track at that point for that combination."

"In the end, the rain tyres were the right decision, even though some others were pretty fast on intermediates in the meantime. After the start I quickly got on well, but almost as quickly I had no confidence in the rear tyre. In many corners I just could not get a proper lean angle. In the middle of the corners, I was not fast enough because I constantly had the feeling of losing the rear. In this stage the others were faster. I, on the other hand, did not want to make a stupid mistake like last time. That is why I am happy to have finished in seventh place and to have collected nine points, while some of the front runners lost a lot of important points. It was clear to us that we were with the setup much too hard for the track’s conditions. That was probably also the reason for my bad feeling in the corners. But in the short time it was impossible to change everything. From that point of view it was okay and tomorrow we continue with the next chance to do better."

#AUSWorldSBK - WorldSSP Superpole:
1 Stefano MANZI / ITA / Ten Kate Racing Yamaha / Yamaha YZF R6 / 1´32.814
2 Can ÖNCÜ / TUR / Kawasaki Puccetti Racing / Kawasaki ZX-6R / 1´33.058 +0.244
3 Yari MONTELLA / ITA / Barni Spark Racing Team / Ducati Panigale V2 / 1´33.076 +0.262
6 #92 Marcel SCHRÖTTER / GER / MV Agusta Reparto Corse / MV Agusta F3 800 RR / 1´33.866 +1.052

#AUSWorldSBK - WorldSSP Race 1 (10 Laps):
1 Nicolo BULEGA / ITA / Aruba Racing WorldSSP Team / Ducati Panigale V2 / 18´16.149
2 Nicholas SPINELLI / ITA / VFT Racing Yamaha / Yamaha YZF R6 / +0.942
3 John McPHEE / GBR / Vince64 by Puccetti Racing / Kawasaki ZX-6R / +2.965
7 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / MV Agusta Reparto Corse / MV Agusta F3 800 RR / +20.756

WorldSSP Standing:
1 Nicolo BULEGA /ITA / Ducati / 25
2 Nicholas SPINELLI / ITA / Yamaha / 20
3 John McPHEE / GBR / Kawasaki / 16
7 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / MV Agusta / 9