#MalaysianGP: "MIR WAR KLAR, DASS ICH DEUTLICH ZULEGEN KANN"

Der 24-Jährige präsentiert sich seit seinem Comeback in Aragón vor fünf Wochen als starker Qualifyier; erneut dritte Startreihe beim vorletzten Saisonrennen.

Am zweiten Trainingstag in Malaysia wurden die Bedingungen für Mensch und Material schier zur Hölle. Das Qualifying, dass über die Startaufstellung entscheidet, wurde bei extrem heissem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit ausgetragen. Ähnliche Verhältnisse sind auch für den Renntag zu erwarten, was den Malaysia Grand Prix Jahr für Jahr zum anstrengendsten Rennen der Saison macht.

Marcel Schrötter teilte sich angesichts dieser herausfordernden Umstände am Samstagnachmittag seine Energie geschickt ein. Der Suter-Pilot des deutschen Dynavolt Intact GP Teams startete sofort mit Beginn der Session seine Zeitenjagd und setzte auch gleich einen Massstab für die Konkurrenz. Schrötter lag lange Zeit auf Position vier auf dem Zeitenmonitor. Letztendlich bestätigte er mit Startplatz sieben den anhaltenden Formanstieg.

Der Zeitplan des Samstags beinhaltete auch eine Schweigeminute im Gedenken an Stefan Kiefer, der in der vergangenen Donnerstagnacht völlig unerwartet starb. Es war ein sehr emotionaler Moment, als sich das gesamte Fahrerlager am Mittag Eingangs der Boxengasse einfand, um den Teammanager von Kiefer Racing die letzte Ehre zu erweisen.

Der Rennstart ist für Sonntag 13:20 Uhr Ortszeit vorgesehen. Wegen der Umstellung auf Winterzeit von Samstag auf Sonntag bedeutet das für TV-Zuschauer in Mitteleuropa 5:20 Uhr am Morgen.

#23 Marcel SCHRÖTTER (Dynavolt Intact GP, Suter MMX2), Startplatz 7 - 2´06.849 (3/13):

"Mein erster Run im Qualifying war wirklich stark. Ich wusste, dass ich gegenüber gestern noch zulegen kann. Doch ich tue mich einfach schwer, dass ich eine Runde 100 Prozent perfekt hinkriege, in der ich in bestimmten Kurven keine Fehler mache oder meinerseits hinsichtlich meines Körpers nicht nachlasse. Damit hadere ich schon seit den letzten Wochenenden. Daher ist es auch schwer, in einen konstanten Rhythmus zu kommen, wenn man nicht sechs, sieben Runden in Folge pushen kann. Ich bin trotzdem mit einem guten Gefühl in den Samstag gegangen, weil wir schon bei den letzten drei Rennen gesehen haben, dass es am zweiten Trainingstag einfach bessergeht. Beinahe wäre das heutige Qualifying so gut wie vor einer Woche ausgegangen. Ok, auf dem Level von Phillip Island vor einer Woche waren wir allerdings nicht ganz, ich selbst nicht und auch mein Gefühl für das Motorrad nicht. Trotzdem gelang uns gegenüber den freien Trainings mit 1,1 Sekunden wieder eine riesen Steigerung. Das ist wirklich nicht wenig."

"An dieser Stelle muss ich meiner Crew mit meinem Cheftechniker Patrick Mellauner ein grosses Lob aussprechen. Sie versuchen wirklich immer, mir ein gutes Motorrad vorzubereiten. Auch wenn es an diesem Wochenende mehr Fragezeichen gibt, weil sich das Motorrad nach ein paar Runden, wenn es deutlich wärmer wird und mit gebrauchten Reifen, ziemlich stark verändert. Dieser Umstand wird dann zu meinem Problem. Während der ersten Runden fühlte ich mich wirklich gut. Obwohl ich Marquez und Morbidelli in Sichtweite hatte, bin ich meine Rundenzeit alleine gefahren. Die Beiden waren zu diesem Zeitpunkt wirklich eine gute Referenz für mich. Leider hat es in den letzten zwei Runs meistens wegen viel Verkehr nicht mehr geklappt, mich weiter zu verbessern. Ausserdem habe ich auch mehrmals meine Runden abgebrochen, nachdem ich sah, dass ich in der jeweiligen Runde nach zwei Sektoren schon eine halbe Sekunde über meiner persönlichen Bestzeit war."

"Daher habe ich mit Rücksicht auf meine Hand nicht sinnlos Energie verbraucht, wenn es mir sowieso nicht gelingen wollte, schneller zu werden. Ich wollte auch auf gar keinen Fall riskieren, zu stürzen. Das mag sich vielleicht dumm anhören, doch in gewissen Situationen ist es vielleicht sogar besser. Trotzdem bin ich enttäuscht, dass ich in meinem zweiten und dritten Run nicht mehr nachlegen konnte. Auf der anderen Seite können wir mit unserer Startposition zufrieden sein, denn wir sind wieder gut dabei. Morgen wird es allerdings ein extrem hartes und anstrengendes Rennen, in dem man sich keinen Fehler leisten darf. Ich werde daher versuchen, am Start meine Position zu halten und dann mit der Gruppe mitzuhalten und bis zum Schluss stark zu bleiben."

Moto2™ Malaysia Motorcycle GP - Qualifying Ergebnis:

1 Franco MORBIDELLI / ITA / Estrella Galicia 0,0 Marc VDS / KALEX / 2´06.406

2 Miguel OLIVEIRA / POR / Red Bull KTM Ajo / KTM / 2´06.432 +0.026

3 Fabio QUARTARARO / FRA / Pons HP40 / KALEX / 2´06.478 +0.072

7 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / Dynavolt Intact GP / Suter MMX2 / 2´06.849 +0.443