#SpanishGP: Nächstes Top-Ergebnis im heissen Jerez

Marcel Schrötter zeigte am Sonntag eine begeisternde Aufholjagd, bei der er vom 18. Startplatz bis auf Rang fünf vorstürmte.

Am Renntag des sechsten Saisonmeetings der Moto2-Weltmeisterschaft hielt der Sommer Einzug in Südspanien. Bei Temperaturen knapp unter 30 Grad wurde auf dem Circuito de Jerez spektakulärer Motorsport geboten. Zum ersten Mal seit zwei Jahren gab es keine Beschränkungen für die Anzahl der zugelassenen Zuschauer. Auf den Tribünen und im Fahrerlager herrschte eine tolle Stimmung.

Trotz eines missglückten Qualifyings am Samstagnachmittag hatte sich Marcel Schrötter vorgenommen, Andalusien mit einem Lächeln zu verlassen. Bereits im Warm-up am frühen Morgen kündigte der 29-jährige Deutsche seine Entschlossenheit an, die Wende herbeizuführen. Schrötter beendete die letzte Vorbereitung auf das Rennen auf Platz drei.

Im Hauptbewerb des Wochenendes erwischte Schrötter einen guten Start, denn er konnte gleich einen Konkurrenten hinter sich lassen. Danach arbeitete sich der KALEX-Pilot kontinuierlich durch das Feld und fuhr die meiste Zeit über gleich schnelle, teilweise sogar schnellere Rundenzeiten als die Spitzengruppe. Im letzten Streckendrittel lieferte sich Schrötter einen erbitterten Kampf mit dem aktuellen WM-Führenden Cestino Vietti aus Italien, den er schliesslich auf den sechsten Platz verwies.

Die Meisterschaft wird in zwei Wochen mit dem Grand Prix de France in Le Mans fortgesetzt. 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), Rennen: P5 +9.245 

"Ich bin sehr glücklich. Nach dem gestrigen Qualifying hatte ich einen Tiefpunkt erreicht, den ich nur schwer wegstecken konnte. Ich war nicht nur enttäuscht, sondern vor allem wütend auf mich selbst. In den freien Trainings haben wir gute Schritte nach vorne gemacht, und wir hatten das Gefühl, dass wir wieder näher dran sind. Aber dann hatten wir wieder ein Qualifying, nach dem wir von sehr weit hinten starten mussten. Solche Situationen sind mental unglaublich anstrengend und nur schwer zu überwinden. Es ist jedes Mal schwer, sich in den Kopf zu setzen, dass es am Sonntag noch gut gehen kann, auch wenn die Aussichten auf ein gutes Rennen mit solchen Startpositionen nicht die besten sind. Ich bin also mit meiner Leistung heute zufrieden, es war ein gutes Rennen. Zwei oder drei andere Fahrer fielen aus, aber unsere Pace war respektabel. Wenn man die Probleme bedenkt, die ich im Qualifying hatte, und heute im Rennen bei heisseren Temperaturen war ich sehr nahe an meiner schnellsten Rundenzeit des gesamten Wochenendes, und ich war auch in der Lage, konstant so schnell zu fahren wie die Jungs, die um den Sieg kämpften, das ist wirklich sehr erfreulich und das Positivste an diesem Wochenende."

"Von Anfang an hat alles gepasst. Ich habe gut gekämpft, konnte schnell aufholen und lag am Ende nur neun Sekunden hinter der Siegerzeit. Von Startplatz 18 kommend kann man in den ersten Runden leicht vier, fünf und mehr Sekunden verlieren. Auch im Kampf mit Vietti habe ich viel Zeit verloren. Das ist ein bisschen schade, denn ich denke, wenn ich schneller an ihm vorbeigekommen wäre, hätte es noch in Richtung Augusto Fernandez gehen können. Aber am Ende bekam ich leichte Probleme mit dem Arm-Pump. So wurde es ein bisschen schwieriger, fehlerfrei zu bleiben. Im Grossen und Ganzen war es aber ein gutes Rennen und es war sehr wichtig, Fünfter zu werden. Aber wir müssen so schnell wie möglich einen Weg finden, damit wir die Qualifying-Sitzungen besser bewältigen können. Es ist für mich immer noch unerklärlich, auch wenn es von aussen vielleicht einfacher aussieht, dass ich nicht mit Druck umgehen könne. Aber ich muss sagen, dass ich im FP3 mehr Druck spüre, wenn wir nach dem FP2 nicht unter den ersten 14 sind oder noch keine solide Zeit haben. Deshalb ist der Druck im dritten Training grösser. Vor allem, weil die Bedingungen kühler sind als am Nachmittag und daher jeder in dieser Session schnell ist."

"Deshalb ist es am Samstagmorgen oft schwieriger, die Rundenzeit für Q2 hinzubekommen. Die kühleren Bedingungen liegen mir aber besser, weil sich alles viel besser anfühlt. Deshalb schaffe ich es in der Regel auch meistens direkt ins zweite Qualifying. Aber in diesem Jahr ist bisher alles schiefgelaufen, wenn es darum ging, eine heisse Runde zu zaubern. Ich muss also versuchen, mich wieder auf meine Stärken zu besinnen, und das ist meine Konstanz. In einem Rennen wie heute kämpfen wir um das Podium, wenn wir nicht weiter hinten starten als höchstens in der dritten Reihe. Trotzdem müssen wir versuchen, das Motorrad etwas besser auf die wärmeren Bedingungen abzustimmen. An dieser Stelle möchte ich ein grosses Lob an mein Team aussprechen, denn mein Motorrad hat heute super funktioniert. Sie haben einen tollen Job gemacht. Aber beim nächsten Mal muss es im Qualifying genauso sein. Für den Moment können wir aber mit dem heutigen Rennen sehr zufrieden sein."

EN: Next top result in hot Jerez

On Sunday, Marcel Schrötter showed an inspiring recovery, storming from 18th on the grid to fifth place on the line.

On race day of round six of this year’s Moto2 World Championship season, summer has arrived in southern Spain. With temperatures just under 30 degrees, spectacular motorsport was on offer at the Circuito de Jerez. For the first time in two years, there were no restrictions on the number of spectators allowed, there was a great atmosphere in the grandstands and the paddock throughout the weekend.

Despite a failed qualifying session on Saturday afternoon, Marcel Schrötter had resolved to leave Andalusia with a smile. Already in the early morning warm-up, the 29-year-old German rider expressed his determination to turn things around. Schrötter finished the final preparation for the race in third place.

In the main contest of the weekend, Schrötter got off to a good start as he was able to pass one competitor right away. After that, the KALEX rider worked his way steadily through the pack and for most of the time he was able to set equally fast, sometimes even faster lap times than the leading group. In the final third of the race, Schrötter engaged in a fierce battle with current world championship leader Cestino Vietti from Italy, whom he eventually relegated to sixth place.

The championship continues in two weeks with the Grand Prix de France at Le Mans. 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), Race: P5 +9.245 

"I am very pleased how things went today. After yesterday's qualifying, I had reached a low point that I found difficult to put away. I was not only disappointed, but above all angry with myself. During free practice sessions we made good steps forward and we felt we were closer again. But then we had another qualifying session after which we had to start from very far back of the grid. Situations like that are incredibly mentally taxing and difficult to overcome because it is hard to get it into your head that things can still go well on Sunday every time, even though the prospects of a good race with such starting positions are not the best. So, I am happy with my performance today because it was a good race. Of course, two or three other riders retired but our pace was strong from the line to the line. Considering the problems, I had in qualifying and today temperatures were hotter in the race, I was very close to my fastest lap time of the whole weekend, and I was also able to consistently go as fast as the guys who were fighting for victory, and that is really very pleasing and the most positive thing about this weekend."

"Everything went right from the start. I fought well, was able to catch up quickly and in the end was only nine seconds behind the winner's time. When you start from P18, you easily lose four, five and more seconds in the first laps. I also lost a lot of time in the battle with Vietti. That's a bit of a shame, because I think if I'd been able to get past him faster, I could have closed the gap to Augusto Fernandez. But in the end, I got slight problems with the arm pump. So, it became a bit more difficult to stay faultless towards the end. But overall, it was a good race, and it was very important to finish fifth. But we need to find a way as soon as possible to manage the qualifying sessions better. It's still inexplicable to me, even though from the outside it might seem simple, that I'm not able to handle the pressure. But I have to say that I feel more pressure in FP3 if we are not in the top 14 after FP2 or don't have a decent lap time by then. That's why there's more pressure in the third free practice, because especially the conditions are cooler than in the afternoon and that's why everyone is fast in that session."

"Therefore, it is often more difficult to get the lap time for Q2 on Saturday morning. But the cooler conditions suit me better because everything feels more comfortable for me and for this, I usually make it straight into the second qualifying heat. But so far this year everything has gone wrong when it came to put in a hot lap. So, I have to try and get back to my strengths, and that is my consistency. In a race like today, we would fight for the podium if we do not have to start far down the order but than on the third row at most. Still, we have to try to setup the bike a little bit better for the warmer conditions. At this point I would like to give a big praise to my team, because my bike worked greatly today. They did a great job. But next time it has to be the same for qualifying. For now, though, we can be very happy with today's race."

#SpanishGP - Moto2™ Race Classification (23 Laps):

1 Ai OGURA / JPN / IDEMITSU Honda Team Asia / KALEX / 39´16.357

2 Aron CANET / SPA / Flexbox HP40 / KALEX / +2.509

3 Tony ARBOLINO / ITA / Elf Marc VDS Racing Team / KALEX / +3.669

5 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX / +9.245

Moto2™ World Standing:

1 Celestino VIETTI / ITA / 100

2 Ai OGURA / JPN / 81

3 Tony ARBOLINO / ITA / 70

6 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / 47