#AragonGP: Nach hartem Duell unbelohnter Elfter

Marcel Schrötter hat am Sonntag in Aragón wegen eines hitzigen Zweikampfs ein mögliches Top-Sechs-Ergebnis verspielt.

Das 13.Saisonrennen endete für Marcel Schrötter mit einer grossen Enttäuschung. Bei heissem Wetter erwies sich der Japaner Ai Ogura als unangenehmer Hitzkopf. Gegen Rennende tauschten die Beiden mehrmals ihre Position. In diesem harten Duell ging es um Platz sieben. In der letzten Runde glaubte Schrötter diesen Kampf gewonnen zu haben, ehe im nächsten Augenblick sein Widersacher doch noch eine Lücke für eine Gegenattacke fand.

Dieses harte Überholmanöver kostete dem 28-jährigen deutschen Moto2-Pilot nicht nur diese eine Position, sondern er verlor dabei jeden Schwung, um auf dem vor ihn fahrenden Italiener Fabio di Giannantonio weiter Boden gutzumachen. Dabei sollte es allerdings nicht bleiben, da im Gegenzug der Spanier Fermín Aldeguer und Schrötters Teamkollege Tony Arbolino ihren Rückstand auf die Streithähne Ogura und Schrötter umgehend wettmachen konnten. Schrötter verlor in der letzten Runde zwei weitere Plätze und sozusagen als Draufgabe kassierte er noch eine Drei-Sekunden-Strafe für mehrmaliges überfahren der Streckenbegrenzung. Schrötter fuhr auf Platz zehn über die Ziellinie, wurde aber als Elfter gewertet.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), P11 +20.852: 

"Nach einem schwierigen Wochenende waren wir auf einem guten Weg, ein ordentliches Ergebnis einzufahren. Aber am Ende stehen wir wieder blöd da. Es war heute extrem schwierig zu fahren, was anhand der vielen Stürze leicht zu erkennen ist. Der Belag war an vielen Stellen unglaublich schmierig. Daher war es für mich zum Schluss kaum möglich, aggressiver ans Werk zu gehen. Ich habe alles versucht, konnte aber nicht härter pushen, weil ich die vermeintlich gute Platzierung auch nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen wollte. Trotzdem sind wir für alle Anstrengungen unbelohnt geblieben. Im letzten Drittel konnte ich die Lücke von gut und gerne drei Sekunden auf Ogura zufahren und habe mir dabei auch ein Polster nach hinten geschaffen. Als ich an ihn dran war, wollte ich ihn mir zurechtlegen. Aber ich war in fast jeder Kurve auf der Bremse am absoluten Limit. Ich war oft in einer Situation, wo die Front knapp davor war, wegzuschmieren. Ogura hingegen hatte in diesem Bereich die besseren Reserven."

"Es war daher unglaublich mühsam, eine Stelle zu finden, wo ich ihn sicher überholen könnte. Es begann also ein äusserst lästiges Spielchen mit gegenseitigem überholen, weil er oft eine Möglichkeit gefunden hat, umgehend zurückzuschlagen oder einfach dagegenzuhalten. Als ich einmal schon ein paar Meter vor ihm war, ist mir in der «Corkscrew» das Vorderrad eingeklappt. In diesem Moment habe ich gedacht, ok das war es. Aber irgendwie habe ich es geschafft, einen Sturz abzufangen und ich denke, ich konnte meine Position gerade noch behalten. Wenig später hat mich Ogura aber wieder geschnappt. Kurz vor Schluss habe ich ihn an einer Stelle überholt, wo ich in jede Runde schneller war als er. Dort habe ich auch sofort die Linie komplett zugemacht. Trotzdem ist er umgehend an einer Stelle innen reingestochen, wo eigentlich gar kein Platz mehr war. In diesem Moment wäre ich fast vor Wut zerplatzt, weil ich die Pace hatte, und es auch mein Plan war, Di Giannantonio noch einzuholen. Aber weil wir uns so blöd bekämpft haben, ging der Schuss sogar nach hinten los. Im nächsten Augenblick waren die Leute von hinten da, die zuvor noch über zwei Sekunden zurücklagen. Ich konnte gar nicht so schnell schauen, bis ich vom Ersten auch schon überrumpelt worden bin."

"Als ich in der letzten Runde noch einmal richtig Schwung holen wollte, war plötzlich Tony neben mir und hat mich auf den Grünstreifen gedrückt. Das mag wohl der negative Höhepunkt des frustrierenden Ausgangs gewesen sein, den wir auf gar keinen Fall verdient haben. Es war kein wahnsinnig grossartiges Rennen, was wir gezeigt haben. Doch ab Rennmitte, als sich die meisten anderen mit abbauenden Reifen sehr schwergetan haben, konnte ich eine starke Pace fahren und viel Zeit aufholen. Daher ist es extrem schade, dass wir einen möglichen sechsten Platz nicht nach Hause bringen konnte. Es tut unheimlich weh, eigentlich ist mir zum Kotzen. Es bleibt uns aber nichts anderes übrig, als das Positive mitzunehmen, auch wenn die Enttäuschung über das Endergebnis überwiegt. Wie bereits öfters erwähnt, befinden wir uns in keiner einfachen Situation und daher gilt es noch härter zu arbeiten und jedes Mal das Beste zu geben. Ich bin mir sicher, dass wir bald wieder nach vorne kommen und für unsere Anstrengungen auch belohnt werden."

EN: Unrewarded eleventh after tough battle

Marcel Schrötter lost a possible top-six result on Sunday in Aragón because of a fierce fight for several laps at the end of what was a hot competition.

For Marcel Schrötter, round 13 of the season came to an end with a big disappointment this afternoon. In hot weather, Japanese rider Ai Ogura proved out to be an unpleasant hothead during the 21-laps race. Towards the end of the race, the two exchanged positions several times in a tough battle for seventh place. On the last lap, Schrötter thought he had won this battle before his opponent found a gap for a counterattack in the next moment.

This hard overtaking manoeuvre not only cost the 28-year-old German Moto2 rider this one position, but in the process, he lost all momentum to make up further ground on Italian rider Fabio di Giannantonio, who was racing in front of him. It was not to stay that way, however, as subsequently Spaniard rider Fermín Aldeguer and Schrötter's team mate Tony Arbolino promptly closed the gap on the brawlers Ogura and Schrötter. Schrötter lost two more places on the last lap and, to top it all off, he got a three-second penalty for exceeding track limits several times. Schrötter crossed the finish line in tenth place but was classified as eleventh.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), P11 +20.852: 

"After a difficult weekend, we were on a good way to achieve a decent result. But in the end, we left to be the stupid. It was extremely difficult to ride today, which is easy to see from the many crashes. The surface was incredibly greasy in many places. That was why it was hardly possible for me to be more aggressive towards the end. I tried everything but could not push harder because I did not want to recklessly jeopardize what I thought was a good result. Nevertheless, all our efforts went unrewarded. In the final third of the race I was able to close the gap by a good of three seconds on Ogura and also created a gap to the rear. When I caught him, I wanted to prepare him right. But I was at the absolute limit on the brakes in almost every corner. I was often in a situation where the front nearly folded. Ogura, on the other hand, had the better reserves in that area."

"It was therefore incredibly tedious to find a place where I could safely overtake him. So, it began an extremely annoying game of mutual overtaking because he often found a way to strike back immediately or simply hold against it. Once when I was already a few meters ahead of him, my front wheel folded in the "Corkscrew". At that moment I thought, ok that's it. But somehow, I managed to safe it and I think I just managed to keep my position either. A little bit later, though, Ogura passed me again. Shortly before the end I overtook him at a place where I was faster than him in every lap. There I also immediately closed the door completely. Nevertheless, he immediately cut in on the inside at a point where there was actually no more room. At that moment I almost burst with anger because I had the pace, and it was also my plan still to catch up with Di Giannantonio. But because we fought so stupidly, the shot even backfired. In the next moment the people from behind were there, who were previously more than two seconds behind. I could not even look that fast until I was also caught off guard by the first of these guys."

"As I was trying to gain momentum on the last lap, Tony was suddenly next to me and pushed me onto the green line. That may have been the negative highlight of the frustrating outcome, which we certainly did not deserve. It was not an insanely great race, what we showed though we were better today because from halfway point of the race, when most of the others were really struggling with tyre drop, I was able to race a strong pace and make up a lot of time. So, it is extremely unfortunate that we could not bring home a possible sixth place. It hurts immensely, in fact I feel like throwing up. But there is nothing left for us to do but to take the positives with us, even if the disappointment about the result outweighs the negatives. As I have already mentioned many times this weekend, we are not in an easy situation, so we have to work even harder and give our best every time. I am sure we will move forward again soon, and we will be rewarded for our efforts as well."

#AragonGP - Moto2™ Race Classification (21 Laps):

1 Raul FERNANDEZ / SPA / Red Bull KTM Ajo / KALEX / 39´49.900

2 Remy Gardner / AUS / Red Bull KTM Ajo / KALEX / +5.408

3 Augusto FERNANDEZ / SPA / ELF Marc VDS Racing Team / KALEX / +6.824

11 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX / +20.852

Moto2™ WM Standing:

1 Remy GARDNER / AUS / KALEX / 251

2 Raul FERNANDEZ / SPA / KALEX / 212

3 Marco BEZZECCHI /ITA / KALEX / 179

9 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX / 80