#GermanGP: Podium beim Heimspiel knapp verpasst

Lokalmatador Marcel Schrötter wurde nach einem hart umkämpften Rennen auf dem Sachsenring als Vierter dennoch wie ein Sieger gefeiert.

Hochsommerliches Wetter beherrschte auch am Renntag das Geschehen beim Motorrad Grand Prix Deutschland. Heisse Bedingungen verlangten Mensch und Material über die 28 Runden alles ab. Dennoch war das Tempo über die gesamte Distanz sehr hoch.

Marcel Schrötter legte am Vortag mit einer starken Qualifikationsleistung den Grundstein für einen erfolgreichen Abschluss seines Heimrennens. Aus der zweiten Reihe von Platz fünf kommend, bog der 29-Jährige als Zweiter in die erste Kurve ein. Diese Position konnte er zunächst gut halten, bis der spätere Rennsieger Augusto Fernandez mit unglaublichem Speed einen Angriff auf die Spitzenposition startete.

Schrötter musste zunächst den zweiten Platz abgeben, und es dauerte nur wenige Runden, bis Fernandez' Teamkollege Pedro Acosta seinem Landsmann das Gleiche nachmachte. Von da an bildete sich eine Dreiergruppe mit Acosta, dem Engländer Sam Lowes und Schrötter, in der Schrötter Mühe hatte, mit den Vorderleuten mitzuhalten. Während Acosta und Lowes gegen Ende des Rennens offenbar ihre Reserven aufgebraucht hatten, sah Schrötter seine Chance und stellte den Kontakt zu den beiden innerhalb weniger Runden wieder her. In der vorletzten Runde konnte er Lowes sogar von Platz drei verdrängen und den vermeintlichen Podiumsplatz für eine halbe Runde behaupten, bevor ein Schaltfehler in Kurve zwölf das Übel war und Lowes wieder überholte.

Die Weltmeisterschaft wird am kommenden Wochenende mit dem traditionellen Rennen auf dem TT Circuit in Assen fortgesetzt. Das elfte Meeting der Saison im Norden der Niederlande ist zugleich das letzte vor der fünfwöchigen Sommerpause.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), Rennen: P4 +7.959 

"Nach dem ersten Durchatmen ist die Freude über diesen vierten Platz gross. Zunächst überwog aber die Enttäuschung über das verpasste Podium, was ich für normal halte. Aber wir müssen das Positive aus diesem schönen Wochenende mitnehmen, und dazu gehört auch das Rennergebnis. Wir haben an den drei Tagen gute Leistungen gezeigt. Es ist sicher kein Kinderspiel, all die Erwartungen zu erfüllen. Das ist keine Entschuldigung, aber wenn ich der Einzige bin, der das Potenzial hat, vorne mitzukämpfen, dann lastet ein gewisser Druck auf dir. Ausserdem mussten wir zunächst den Samstag richtig hinbekommen, was uns in diesem Jahr noch nicht oft gelungen ist. Und dann ein solides Rennen zu fahren, das war, glaube ich, in Ordnung. Ich habe von Anfang bis Ende mein Bestes gegeben. Trotzdem wäre ich gerne auf dem Podium gestanden. Aber wir haben einen weiteren Schritt in Richtung Top Drei gemacht. Diesen Schwung müssen wir in das nächste Rennwochenende mitnehmen und dann nach der Sommerpause beibehalten. Ich habe schon länger das Gefühl, dass wir in jedem Rennen in diesen Bereich kämpfen können und dann ist noch viel mehr möglich."

"Das Rennen selbst war eines der anstrengendsten überhaupt. Es war unglaublich schwierig zu fahren, ich war in fast jeder Kurve in Sturzgefahr. Es war daher extrem schwierig, verlorenen Boden wieder gutzumachen. Dazu kamen noch mehrere Rutscher, bei denen ich immer wieder den Anschluss verlor. Alles zusammen, einschliesslich der Hitze, machte es schwierig, einen Weg zu finden, um Stück für Stück näher an meine Vorderleute heranzukommen. Ich wusste, wenn ich keinen Fehler mache, kann ich aufholen. Aber im Laufe einer Runde rutschte das Bike über beide Räder, an einigen Stellen hatte ich sogar ein Chattering. Ausserdem war das Vorderrad in den Kurven vier, fünf und sechs ständig am Einklappen. Am Ende hatten die anderen jedoch mehr Probleme als ich. Vor allem Acosta war in grösseren Schwierigkeiten und musste ein wenig nachlassen. Das gab mir die Chance, wieder nach vorne zu kommen. Leider hatte ich selbst Probleme mit meinem linken Fuss, weshalb ich in der vorletzten Kurve einmal einen kleinen Fehler machte. Dort war es auch sehr kritisch, was das Vorderrad betraf. Ich konnte die Situation noch retten, aber mit letztem Willen versuchen auf der Linie zu bleiben, wäre ich im Kiesbett gelandet. Das wollte ich unter keinen Umständen riskieren. Deshalb habe ich den dritten Platz verloren, den ich kurz zuvor erobert hatte. Danach hatte ich keine Chance mehr, einen weiteren Angriff zu starten. Der vierte Platz hat wieder viele wichtige Punkte für die Meisterschaft gebracht, wo alles immer enger zusammenrückt. Das nehmen wir mit und ich freue mich schon auf Assen, wo wir in ein paar Tagen wieder angreifen werden. Vorher aber noch ein grosses Dankeschön an das ganze Team und das tolle Publikum. Es hat unglaublich viel Spass gemacht, hier wieder vor einem vollen Haus zu fahren."

EN: Podium narrowly missed at home

Coming home in fourth place, local hero Marcel Schrötter was nevertheless celebrated like a winner after a hard-fought race at Sachsenring circuit.

Midsummer weather again dominated the action on race day at the Motorrad Grand Prix Deutschland. Hot conditions demanded everything from human and material over 28 laps though, the pace was very fast during the entire distance.

Marcel Schrötter laid the foundations for a successful conclusion to his home race the day before with a strong qualifying performance. Coming from fifth on the second row, the 29-year-old entered turn one in second position. He initially held this position well until eventual race winner Augusto Fernandez launched an attack on the top spot with an incredible speed.

Schrötter initially had to relinquish second place, and it took only a few laps for Fernandez's teammate Pedro Acosta to do the same to his compatriot. From then on, a group of three formed with Acosta, Englishman Sam Lowes and Schrötter, in which Schrötter struggled to keep up with those in front. While Acosta and Lowes had apparently used up their reserves towards the end of the race, Schrötter saw his chance and got in contact again with the two within a few laps. On the second last lap, he was even able to push Lowes from third place and maintain the supposed podium position for half a lap before an error in shifting in turn twelve was the evil and Lowes overtook him again.

The World Championship continues next weekend with the traditional race at the TT Circuit in Assen. Round eleven of the season in the north of the Netherlands is also the last before the five-week summer break.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), Race: P4 +7.959 

"After a first breath, the joy about this fourth place is great. At first, however, the disappointment about missing out on the podium prevailed, which I think is normal. But we have to take the positives from this beautiful weekend, and that includes the race result. We put in good performances over the last three days. It is certainly no piece of cake to meet all the expectations. That is no excuse, of course, but as I am the only one local rider with the potential to fight at the front, there is a certain amount of pressure on you. Besides, we first had to get Saturday right, which we have not managed to do very often this year. And then to do a solid race, I think that was okay. I gave my best from the start to the line. Still, I would have liked to be on the podium. But we took another step towards the top three. We have to take this momentum into the next race weekend and then maintain it after the summer break. I have had the feeling for some time that we can fight for positions in this range in every race and then a lot more is possible."

"The race itself was one of the most exhausting ever. It was incredibly difficult to ride, I was in danger of crashing in almost every corner. It was therefore extremely difficult to make up lost ground. On top of that, there were several slides where I kept losing the connection. Everything together, including the heat, made it difficult to find a way to get closer to my front runners, bit by bit. I knew that if I did not make a mistake, I could catch up. But over the course of a lap the bike slid over both wheels, in some places I even had chattering. In addition, the front wheel was constantly folding in turns four, five and six. In the end, however, the others had more problems than I had. Especially Acosta was in bigger trouble and had to slow down a bit. That gave me the chance to get back to them. Unfortunately, I had problems with my left foot myself, which is why I made a small mistake once in second last corner. There it was also very critical as far as the front wheel was concerned. I could still save the situation, but with the last will to try to stay on the line, I would have ended up in the gravel. I did not want to risk that under any circumstances. That is why I lost third place, which I had taken shortly before. After that I had no chance to launch another attack. Fourth place again brought a lot of important points for the championship, where everything is getting closer and closer together. We will take that with us, and I am already looking forward to Assen, where we will be attacking again in a few days. But before that, a big thank you to the whole team and the great crowd. It was incredibly fun to race here again in front of a full house."

#GermanGP - Moto2™ Race Classification (28 Laps):

1 Augusto FERNANDEZ / SPA / Red Bull KTM Ajo / KALEX / 39´44.019

2 Pedro ACOSTA / SPA / Red Bull KTM Ajo / KALEX / +7.704

3 Sam LOWES / GBR / Elf Marc VDS Racing Team / KALEX / +7.844

4 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX / +7.959

Moto2™ World Standing:

1 Celestino VIETTI / ITA / 133

2 Ai OGURA / JPN / 125

3 Augusto FERNANDEZ / SPA / 121

7 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / 88