#ValenciaGP: Solider Saisonabschluss mit angestrebtem Ergebnis

Marcel Schrötter hat den letzten WM-Lauf des Jahres als guter Neunter beendet und fixierte damit den zehnten Gesamtrang in der Punktetabelle.

Kaiserwetter am Sonntag und ein gelbes Flaggenmeer auf den fast ausverkauften Tribünen in der stadionähnlichen Anlage des Valencia Circuit machten den Saisonabschluss zu einem unvergesslichen Ereignis. Trotz spannendem Geschehen auf der Rennstrecke stand an diesem Wochenende jederzeit der Rücktritt von Superstar Valentino Rossi im Mittelpunkt. Es gab aber niemand, der dies nicht gebührend anerkannte.

Marcel Schrötter hatte sich für das letzte Saisonrennen ein Resultat unter den ersten Zehn vorgenommen. Nach einem brillanten Q1 und einer nicht minder starken Leistung im zweiten Qualifying-Heat am Samstagnachmittag gelang ihm als Zweiter im Warm-Up die Bestätigung für den Aufwärtstrend. Der 28-jährige Rennprofi aus Bayern ging daher mit frisch gestärktem Selbstvertrauen in die letzte Punktejagd und profitierte davon bereits am Start. Für Schrötter begann das Rennen allerdings mit einer Schrecksekunde, als er einem vor ihm stürzenden Fahrer gerade noch ausweichen konnte. Wegen dieses Zwischenfalls musste wegen einer Ölspur auf der Strecke abgebrochen und das Rennen neu gestartet werden. Beim Re-Start über die auf 16 Runden verkürzte Distanz Schrötter deutlich besser weg als zuvor. In der ersten Runde überholte er gleich sieben Fahrer seiner vor ihm gestarteten Konkurrenten.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX)

Rennen: P9 +7.941

"Diese Saison mit einem einstelligen Ergebnis abzuschliessen, war meine Zielsetzung für Valencia. Das habe ich erreicht und bin froh, damit in die Winterpause gehen zu können. Restlos zufrieden bin ich aber nicht, es hätte ein bisschen besser kommen können. Beim ersten Start hatte ich Glück, dass nach dem Unfall in Kurve zwei abgebrochen wurde. Ich bin nicht unbedingt gut weggekommen, hatte aber eine sehr gute erste Kurve. Danach war ich allerdings am falschen Ort, weil sich innen neben mir Marco Bezzecchi und Xavi Vierge berührt haben und unmittelbar vor mir gestürzt sind. Gottseidank konnte ich ausweichen und bin nicht selbst auch gestürzt. Aber es ging eben sehr schnell, dass ich die zuvor gewonnenen Positionen sehr schnell wieder verloren habe. Gleich nach dem Crash habe ich es vermutet, dass die rote Flagge rauskommt, so wie es dort gescheppert hat. Das war dann auch so. Davon habe ich sicher profitiert."

"Der Neustart war dann viel besser. Ich habe eine andere Variante versucht, indem ich in den ersten Kurven zweimal innen war, was voll aufgegangen ist. Aus der ersten Runde bin ich als Sechster zurückgekommen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es mir nicht so einfach von der Hand geht und habe auch zu lange gebraucht, um an Tom Lüthi vorbeizukommen. Ich habe mich nicht so stark gefühlt im Rennen und hatte Mühe, sauber zu fahren. Als ich an Tom vorbei war, konnte ich einigermassen Rundenzeiten fahren, die aber lange nicht so gut waren, wie ich eigentlich wollte. In den letzten Runden habe ich es dennoch versucht, an Jorge Navarro heranzukommen und eine Attacke zu starten. Aber dabei ist mir ein Fehler passiert. Es war nicht unbedingt ein gutes Rennen, von dem was möglich gewesen wäre. Deswegen bin ich ein wenig enttäuscht. Zumindest können wir mit einem einstelligen Ergebnis in die Winterpause gehen, wie wir uns es vorgenommen haben. Aber ich denke aufgrund der Tatsache, was wir im Qualifying und auch heute Morgen gezeigt haben, wäre bestimmt ein schönes Top-Sechs-Resultat in Reichweite gewesen."

"Trotzdem war es allemal ein solider Saisonabschluss. Wir haben uns gesteigert und an den letzten zwei Rennwochenenden angestrebten Aufwärtstrend geschafft. Aber wir müssen im Winter unsere Hausaufgaben machen, damit wir nächstes Jahr von Anfang an unsere gewohnte Form und Stärke ausspielen können. Das ist uns dieses Jahr leider nur manchmal gelungen. Wir müssen wieder zu einem Level aufschliessen, mit dem wir regelmässig unter den ersten fünf oder sechs landen können. Dann kann man auch in der Meisterschaft um eine ordentliche Endplatzierung kämpfen. Der zehnte Gesamtrang entspricht nicht meinen Vorstellungen. Vor allem, wenn man nach der Sommerpause als Sechster in die zweite Saisonhälfte startet. Ich muss aber dazusagen, dass wir dieses Jahr nicht zu den Schnellsten gehört haben, sondern wir haben viel von meiner Race-Pace gelebt und dabei gerade in der ersten Hälfte viele solide Rennergebnisse eingefahren. Und das teilweise von Startplätzen weit hinten aus der sechsten, siebten Reihe kommend. Das zeigt, wieviel Potenzial vorhanden ist. Aber uns fehlt der pure Speed, um im Qualifying einen ordentlichen rauszuhauen. Die Rundenzeiten liegen so eng beieinander und wenn man von einer Position in den ersten zwei Reihen startet, dann ist die Chance sehr gross, dass man bis zum Ende ganz vorne mitfährt. Daran müssen wir hart arbeiten und uns verbessern. Mit Rang zehn in der Meisterschaft muss ich auf keinen Fall verstecken, aber es ist auch nicht das Endergebnis, wo ich hinwill. Vor allem, wenn man schon einige Jahre in dieser Klasse ist. Es gibt also vieles aus dieser Saison zu lernen und zu analysieren, damit wir uns nächstes Jahr deutlich nach vorne verbessern."

"Mit dem heutigen Rennen ist eine lange und anstrengende Saison 2021 zu Ende gegangen. Dieser letzte Renntag des Jahres wird lange in Erinnerung bleiben, wenn nicht sogar unvergesslich. Abgesehen davon, dass mit Remy Gardner ein verdienter Moto2-Champion gekürt wurde, haben heute zwei Idole von mir ihre aktive Rennfahrerkarriere beendet. Neben Valentino Rossi ist auch Tom Lüthi sein letztes Rennen gefahren. Ich habe die Karriere von Tom schon verfolgt, als ich noch nationale Nachwuchsserien gefahren bin. Er war immer ein Fahrer, auf dem man geschaut hat, zumal er auch in der gleichen Serie begonnen hat wie ich. Als dann meine eigene WM-Karriere begonnen hat, war Tom mein Teamkollege im Interwetten-Team und dann zwei Jahre bei Intact noch einmal. Er war immer ein sehr angenehmer Partner in der Box. Unsere gemeinsamen Jahre als Teamkollegen waren schön und sehr lehrreich für mich. Es war wirklich eine Ehre für mich, mit ihm zusammenzuarbeiten. Ich respektiere ihn sehr, er war Weltmeister und hat zweimal den Vize-Titel gewonnen. Ich wünsche ihm alles Gute für seine Zukunft und muss auch Danke sagen, weil ich viel von ihm lernen konnte."

"Ich denke, über Valentino braucht es gar nicht viel, was zu sagen gäbe. Ich will mich einfach nur dem «Grazie Vale» anschliessen. Was er erreicht und für unseren Sport gemacht hat, verdient höchsten Respekt und Dankbarkeit. Auch ihm alles Gute und viel Glück für eine tolle Zukunft im Business und auch mit seiner Familie. Ich hoffe, dass er in irgendeiner Form noch sehr lange in diesem Paddock bleibt. Zum Schluss möchte ich nicht auf die Gratulation an Remy vergessen: Glückwunsch zum Titelgewinn. Abschliessend auch noch ein grosser Dank an das gesamte Intact-Team, den Sponsoren und Ausrüstern, sowie allen anderen, die jedes Jahr mithelfen und mitfiebern, damit wir unser Geschäft ausüben können. Vielen Dank für alles an jedem einzelnen von ihnen."

EN: Solid end to the season with aspired result

Marcel Schrötter finished the last World Championship round of the year in a good ninth place, fixing tenth overall in the points table.

Glorious weather on Sunday and a sea of yellow flags at the almost sold-out grandstands at the stadium-like Valencia Circuit made the end of the season an unforgettable event. Despite exciting action on track, Valentino Rossi’s was always in the centre this weekend. But there was no one who did not duly acknowledge this.

Marcel Schrötter had set his sights on a result in the top ten for the final race of the season. After a brilliant Q1 and no less strong performance in the second qualifying heat on Saturday afternoon, he managed to confirm this upward trend by finishing second in this morning’s warm-up. The 28-year-old rider from Bavaria therefore went into the final points chase with freshly boosted confidence and benefited from this already at the start. For Schrötter, however, the race began with a moment of shock when he just managed to avoid a rider who crashed in front of him. Because of this incident, the race to be stopped due to an of oil spill and was restarted then. At the restart over the shortened distance to 16 laps Schrötter clearly got better away than before. On the first lap he overtook seven of his rivals who had started ahead of him.

 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX)

Race: P9 +7.941

"My goal for Valencia was to finish this season with a single-digit result. I achieved that and am happy to be able to go into the winter break with it. But I am not completely satisfied, the outcome could have been a bit better. At the first start I was lucky that the race was stopped after the accident in turn two. I did not necessarily get away well but had a very good first corner. After that, however, I was in the wrong place because Marco Bezzecchi and Xavi Vierge touched each other on the inside next to me and crashed immediately in front of me. Thank God I was able to avoid them and did not fall myself. But it just happened very quickly that I lost the previously gained positions very quickly again. Immediately after the crash, I suspected that the red flag would come out, just as it rattled there. That was what happened then, and I certainly benefited from that."

"At the restart I did much better. I tried a different variation by being on the inside twice in the first corners, which worked out perfectly. I came back from the first lap in sixth place. But I quickly noticed that it was not so easy for me, and it also took too long to get past Tom Lüthi. I did not feel so strong in the race and had trouble riding smoothly. When I got past Tom, I was able to do some proper lap times, but they were not as good as I wanted for a long time. In the last laps I still tried to get close to Jorge Navarro and start an attack. But I made a mistake in the process. It was not necessarily a good race from what could have been possible. That is why I am a little disappointed. At least we can go into the winter break with a single-digit result, as we had planned. But I think based on what we showed in qualifying and also this morning, a nice top-six result would definitely have been within reach."

"Nevertheless, it was a solid end to the season. We improved and achieved the upward trend we were aiming for at the last two race weekends. But we have to do our homework in the winter so that we can show our usual form and strength right from the start next year. Unfortunately, we have only managed to do that sometimes this year. We have to get back to a level where we can regularly finish in the top five or six. Then we also can fight for a decent final position in the championship. Tenth place overall is not what I had in mind. Especially when you start the second half of the season in sixth place after the summer break. But I have to say that we were not among the fastest guys at any time this year, but we lived a lot from my race pace and achieved a lot of solid race results, especially in the first half. And some of these came from starting positions far back in sixth and seventh row. That shows how much potential there is. But we are lacking the sheer speed to put in a decent performance in qualifying. The lap times are so close together and if you start from a position in the first two rows, there is a very good chance that you will be right up there at the front right to the end. We have to work hard on that and improve. With tenth place in the championship, I definitely do not have to hide, but it is not the result I wanted to get to either. Especially when you have been racing in this class for a few years. So, there is a lot to learn and analyze from this season so we can improve significantly next year."

"Today's race marked the end of a long and exhausting 2021 season. This last race day of the year will be long remembered, if not unforgettable. Apart from the fact that with Remy Gardner a worth Moto2 champion was crowned, two idols of mine closed their racing careers as a rider today. Besides Valentino Rossi, Tom Lüthi also rode his last race. I have followed his career since I was still racing national junior series. He was always a rider to watch, especially since he also started in the same cup as me. Then, when my own World Championship career started, Tom was my teammate in Interwetten team and then again for two years with Intact. He was always a pleasure to share the garage with him. Our years together as teammates were nice and very instructive for me. It was really an honour for me to work with him. I respect him very much; he has been world champion and won the runner-up title twice. I wish him all the best for his future, and I also have to say thank you because I was able to learn a lot from him."

"I do not think much needs to be said about Valentino. I just want to add my voice to the current "Grazie Vale". What he has achieved and done for our sport deserves the utmost respect and gratitude. All the best to him too and good luck for a great future in business and also with his family. I hope that he will stay in this paddock in some form for a very long time. Finally, I do not want to forget to express my congratulations to Remy: Congratulations on winning the title. Finally, also a big thank you to the whole Intact team, our sponsors and equipment suppliers, as well as everyone else who helps and cheers every year so that we can do our business. Thanks for everything to every one of them."

#ValenciaGP - Moto2™ Race Classification (16 Laps):

1 Raul FERNANDEZ / SPA / Red Bull KTM Ajo / KALEX / +25´38.612

2 Fabio DI GIANNANTONIO / ITA / Federal Oil Gresini Moto2 / KALEX / +0.517

3 Augusto FERNANDEZ / SPA / Elf Marc VDS Racing Team / KALEX / 0.786

9 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX / +7.941

Moto2™ World Standing:

1 Remy GARDNER / AUS / KALEX / 311

2 Raul FERNANDEZ / SPA / KALEX / 307

3 Marco BEZZECCHI / ITA / KALEX / 214

10 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX / 98