#ThaiGP: Chaos-Sonntag in Buriram

Nicht nur ein plötzlicher Wetterumschwung mit wolkenbruchartigem Regen sorgte bei Marcel Schrötter für Verwirrung, sondern zuvor auch für etwas Hektik in der Box.

Als die letzten Vorbereitungen für das 17. Rennen der Saison in der Startaufstellung des Moto2™-Feldes liefen, begann es über dem Chang International Circuit im Nordosten Thailands zu regnen, woraufhin der Startvorgang abgebrochen wurde. Nach einer leichten Verzögerung konnte der Thailand Grand Prix mit einer auf 16 Runden verkürzten Strecke gestartet werden. Der Regen wurde jedoch immer stärker, so dass angesichts der Streckenverhältnisse nach acht Runden die rote Flagge gezeigt wurde und ursprünglich ein Neustart über fünf Runden angesetzt war.

Nach einer weiteren Unterbrechung und zwischenzeitlich nachlassendem Regen sollten die Fahrer wieder ihre Startpositionen einnehmen. Als sie jedoch zur Besichtigungsrunde auf die Strecke zurückkehrten, wurde der Regen wieder stärker und einige Streckenabschnitte waren stark überflutet, so dass alle sofort wieder in die Boxengasse einbogen. Daraufhin beschloss die Rennleitung, die Reihenfolge zum Zeitpunkt des Abbruchs zu werten. Da zu diesem Zeitpunkt die zwei Drittel der Renndistanz noch nicht erreicht waren, gibt es für die ersten 15 nur halbe Punkte.

Marcel Schrötter ging unter denkbar ungünstigen Bedingungen in das Rennen, nicht nur wegen seiner schlechten Startposition. Doch mit einem guten Start bei tückischen Bedingungen arbeitete er sich schnell auf Platz 15 vor.

Die Meisterschaft wird in zwei Wochen auf Phillip Island in Australien fortgesetzt, wo bereits das drittletzte Rennen stattfindet. 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), Rennen: P15 

"Den heutigen Tag als chaotisch zu bezeichnen, ist meiner Meinung nach ein wenig untertrieben. Der Regen hat wirklich alles durcheinandergebracht. Es war schon ziemlich turbulent in der Box, als ich kurz vor dem Rausfahren bemerkte, dass ein Stiefel kaputt war. Aber es war keine Zeit, ihn zu wechseln. Dann hat auch noch das Trinksystem nicht funktioniert. Die Vorbereitung auf das Rennen hätte nicht chaotischer sein können, und dann ging es wegen des Wetters auch noch so weiter. Andererseits war es interessant zu sehen, wie alle mit dem plötzlichen Wetterumschwung umgegangen sind. Am Ende hätte ich nichts gegen ein kurzes Sprintrennen einzuwenden gehabt. Meiner Meinung nach hätte aber viel früher abgebrochen werden müssen. An bestimmten Stellen war es sehr kritisch. Vor allem auf der langen Geraden hat das Hinterrad auch im fünften und sechsten Gang durchgedreht. Das war wirklich sehr gefährlich."

"Abgesehen davon begann das Rennen mit einem sehr guten Start. Ich konnte auf Anhieb viel aufholen, habe aber auch schnell wieder ein paar Plätze verloren. In der kurzen Zeit war es unmöglich, das Motorrad komplett auf Regen-Setup umzustellen. Deshalb hatte ich kein gutes Gefühl, ich bekam kaum Rückmeldung vom Motorrad. Ausserdem war überall auf der Strecke viel Wasser und beim kleinsten Aquaplaning musste ich geradeaus fahren, weil ich keinen Druck auf die Reifen bekam. Deshalb bin ich zwei oder drei Mal von der Strecke abgekommen. Ich habe jedes Mal ein paar Positionen verloren, was schade war, weil ich am Anfang recht gut dabei war. Danach habe ich versucht, mich wieder Stück für Stück nach vorne zu arbeiten und habe gesehen, dass ich schneller fahren kann als die Gruppe vor mir. Aber der Grat zwischen nicht stürzen und noch ein bisschen mehr pushen war sehr, sehr schmal. Vor allem, wenn man sehr wenig Feedback vom Motorrad bekommt."

"Deshalb hätte ich mich auf den Neustart gefreut, um mit einem ordentlichen Regen-Setup von vorne zu beginnen. Ausserdem wäre die Startposition viel besser gewesen und weil meine Starts auch im Nassen normalerweise sehr gut funktionieren. Schade, dass es nicht dazu gekommen ist, denn es wäre einiges für uns möglich gewesen. Obwohl nur fünf Runden angesetzt waren, hätten wir in den Top 10 landen können. Vorausgesetzt natürlich, dass man sitzen bleibt. Am Ende bin ich trotzdem ein bisschen enttäuscht. Andererseits sind wir nach einem schwierigen Wochenende wieder in den Punkterängen gelandet, auch wenn wir nur einen halben mitgenommen haben. Auch wenn jetzt das «hätte, wenn und Aber» wieder auftaucht, könnte uns der Regen heute in die Karten gespielt haben. Abgesehen davon müssen wir so schnell wie möglich zu unserem Niveau zurückfinden und wieder schneller werden."

"Nachdem die letzten Wochen sehr stressig waren, bin ich froh über die Pause von knapp zwei Wochen bis zum nächsten Rennen. Ich freue mich darauf, Zeit mit Jack (Miller) in Australien zu verbringen und dann werden wir auf Phillip Island wieder angreifen. Vorher noch ein grosses Dankeschön an das gesamte Team und alle, die auch in diesen schwierigen Zeiten hinter mir stehen. Die Situation ist sicherlich für alle nicht einfach zu ertragen. Vor allem für mich, denn ich mache mir auch meine Gedanken über das, was mir zu Ohren kommt und über bestimmte Dinge, die ich lese. Es trifft mich sehr hart, wenn Menschen zu neigen, etwas sehr negativ zu interpretieren. Deshalb mein Dank an diejenigen, die hauptsächlich nette Kommentare abgeben. Das gibt mir viel Kraft und ich werde bis zum Ende kämpfen, auch wenn es im Moment sehr schwere Zeiten sind. Danke an alle, wir werden nicht aufgeben!"

🇬🇧 Hectic Sunday in Buriram

Not only a sudden change in the weather with torrential pours caused confusion for Marcel Schrötter, but before that also some turbulences in the pit.

As final preparations for the 17th race of the season were underway on the starting grid throughout Moto2™ field, it started to rain at the Chang International Circuit in northeast of Thailand, prompting the start procedure to be stopped. After a slight delay, the Thailand Grand Prix was able to start with a shortened distance to 16 laps. However, the rain became heavier and heavier, so that due to the track’s conditions the red flag came out after eight laps and a restart for five laps was originally scheduled.

After this another interruption and rain subsiding in the meantime, the riders were to take up their starting positions again, based on the result from before. However, when they returned to the track for the sighting lap, the rain became heavier again and some sections of the track were heavily flooded, so that everyone immediately returned into the pit lane. As a result, the race organizers decided to not to restart and score the order at the time of the abandonment. Since the two-thirds of the race distance had not yet been reached at this point, only half points are awarded for the first 15.

Marcel Schrötter started the race in the most unfavourable conditions imaginable, not only because of his poor starting position although, with a good start in treacherous conditions, he quickly worked his way up to 15th place.

The championship will continue in two weeks at Phillip Island in Australia, where the third last race in 2022 will already take place. 

#23 Marcel SCHRÖTTER (LIQUI MOLY Intact GP, KALEX), Race: P15 

"To describe today as chaotic is a bit of an understatement in my opinion. The rain really messed up everything up although, there were already pretty hectic scenes in the pits before when I noticed just before I went out that one boot was broken. But there was no time to change it. Then the drink system in the helmet did not work either. The preparation for the race could not have been more chaotic, and then it went on like that because of the weather. On the other hand, it was interesting to see how everyone handled the sudden change in weather. In the end, I would not have minded a short sprint race. In my opinion, however, the race should have been stopped much earlier. At certain points it was very critical. Especially along the long straight, the rear wheel was spinning even in fifth and sixth gear. That was really very dangerous."

"Apart from that, the race kicked-off with a very good start. I was able to make up a lot right away, but also quickly lost a few places again. In the short time it was impossible to change the bike completely to a rain setup. That is why I did not have a good feeling; I hardly got any feedback from the bike. Also, there was a lot of water everywhere on track and at the slightest aquaplaning I had to go straight because I could not get any pressure on the tyres. That is why I went off the track two or three times. I lost a few positions each time, which was a shame because I was doing quite well at the start. After that I tried to work my way back to the front bit by bit and saw that I could go faster than the group in front of me. But the line between not crashing and pushing a bit more was very, very narrow. Especially when you get very little feedback from the bike."

"That is why I would have been looking forward to a restart, to start from the beginning with a proper rain setup. Besides that, the starting position would have been much better as well as my starts usually work very well even in the wet. It is a pity that it did not happen, because in this case something would have been possible for us. Although only five laps were scheduled, we could have finished in the top 10. Provided, of course, that you stay seated. In the end, I am still a bit disappointed. On the other hand, we finished in the points again after a difficult weekend, even though we only took half a point. Even if the "could have, ifs and buts" are coming up again now, the rain might have played into our cards today. Apart from that, we need to get back to our level as quickly as possible and get faster again."

"After the last few weeks have been very stressful, I am glad for the break of just under two weeks until the next race. I am looking forward to spending time with Jack (Miller) in Australia and then we will attack again at Phillip Island. Before that, a big thank you to the whole team and everyone who always backs me even in these difficult times. The situation is certainly not easy to bear for everyone. Especially for me, because I also have my thoughts about what comes to my ears and about certain things I read. It hits me very hard when people tend to interpret something very negatively. So, my thanks to those who post mostly nice comments. It gives me a lot of strength and I will fight until the end, even if it is very hard times at the moment. Thanks to all, we will not give up!"

#ThaiGP - Moto2™ Race Classification (8 Laps):

1 Tony ARBOLINO / ITA / Elf Marc VDS Racing Team / KALEX / 15´10.854

2 Filip SALAC / CZE / Gresini Racing Moto2 / KALEX / +0.251

3 Aron CANET / SPA / Flexbox HP40 / KALEX / +3.112

15 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / LIQUI MOLY Intact GP / KALEX / 1 Runde

Moto2™ World Standing:

1 Augusto FERNANDEZ / SPA / KALEX / 238.5

2 Ai OGURA / JPN / KALEX / 237

3 Aron CANET / SPA / KALEX / 185

11 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / 104.5