#EUROMOTO2026: Zuerst als Dritter am Podest, dann den Pokal wieder zurückgegeben
Für Marcel Schrötter waren all seine Anstrengungen am vergangenen Wochenende auf dem Autodrom Most in Tschechien fast umsonst. Der 33-jährige Rennfahrer aus Oberbayern erhielt nach Ende der Veranstaltung eine Zeitstrafe wegen eines Protests eines gegnerischen Teams in ersten Rennen.
Runde drei der «EURO MOTO»-Saison 2026 auf der Rennstrecke von Most im Nordwesten des Landes war von extremer Hitze geprägt. Asphalttemperaturen von über 70 Grad stellten sowohl die Menschen als auch die Ausrüstung auf eine harte Probe.
Marcel Schrötter ging voller Zuversicht in das Wochenende, nachdem er bei der vorangegangenen Veranstaltung der Serie in Brünn seinen ersten Sieg als Rookie in der nationalen Superbike-Meisterschaft gefeiert hatte.
Der BMW-Fahrer begann mit Platzierungen unter den ersten Drei in den freien Trainings am Freitag, während er im Pre-Practice zur Superpole am späten Nachmittag nicht über den 11. Platz hinauskam.
Schrötter machte diesen Ausrutscher mit der zweitbesten Rundenzeit in der Superpole 1 sofort wieder wett und beendete auch die Superpole 2 auf Platz 2. Damit sicherte er sich den zweiten Startplatz in der ersten Reihe für die Rennen am Sonntag.
Im ersten Rennen am Sonntagnachmittag lief zunächst alles nach Plan. Über weite Strecken des Rennens war Schrötter der einzige Herausforderer des aktuellen Meisters und Tabellenführers Lukas Tulovic. Erst als seine Reifen nachliessen, fand sein Lauf ein Ende. In der Schlussphase geriet er unter Druck von Florian Alt, der Schrötter in der letzten Runde überholen konnte. Die Freude über den dritten Platz im Ziel und bei der Siegerehrung wurde jedoch am Abend getrübt, als die Rennleitung eine Zeitstrafe von drei Sekunden verhängte, wodurch er in der Wertung auf den fünften Platz zurückfiel.
In der dritten Runde kam es zu einem Zwischenfall mit Lukas Toluvics, der Schrötter beim Überholen am Eingang der engen Schikane von der Linie drängte, wodurch Schrötter den Notausgang nehmen musste und anschliessend gemäss den Regeln wieder auf die Strecke zurückkehrte. Ein gegnerisches Team legte wegen dieses Vorgehens Protest ein, dem die Rennleitung stattgab. Schrötters GERT56-Team legte jedoch umgehend Berufung ein, um den dritten Platz zurückzuerlangen.
Das zweite Rennen verlief für Schrötter von Beginn an sehr turbulent. Ein Ausritt in der ersten Schikane aufgrund eines Schaltfehlers schmälerte sofort seine Chancen, an seine vorherige Leistung anzuknüpfen, und nach einem weiteren solchen Zwischenfall war das Rennen für ihn praktisch vorbei. Der fünfte Platz war daher Schadensbegrenzung. Schrötter liegt derzeit auf dem zweiten Platz in der Gesamtwertung der Meisterschaft, 33 Punkte hinter Tulovic.
Die Meisterschaft geht am ersten Augustwochenende in der Motorsport Arena Oschersleben in die nächste Runde. Zuvor wird Schrötter an diesem Wochenende beim wichtigsten Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft, bei den «Suzuka 8 Hours» in Japan, mit seinem Team ERC Endurance an den Start gehen.
#23 Marcel SCHRÖTTER (GERT56 by RS Speedbikes, BMW M 1000 RR)
Startplatz 2 / Rennen 1: P5 / Rennen 2: P5
«Insgesamt war das Wochenende okay. Nach einem Freitag, der nicht gerade einfach war, gefolgt von dem Umweg über die Superpole 1 zur Superpole 2, haben wir alle gute Arbeit geleistet. In der Superpole 2 gelang es mir, mit einer starken Rundenzeit und dem zweiten Startplatz das Blatt zu wenden. Die Startposition für die Rennen war also ideal. Das erste Rennen verlief okay. Ich habe mich beim Start ziemlich wohl gefühlt und konnte mit Lukas mithalten, nachdem er mich mit einer etwas härteren Attacke überholt hatte. Doch im weiteren Verlauf des Rennens konnte ich die Pace nicht mehr halten. Außerdem hatte ich Probleme mit den Reifen, und es kam zu Armkrämpfen. All das zusammen ist auf dieser Strecke schwer zu bewältigen. Schade, dass Florian Alt mich in der letzten Runde überholen konnte. Es war ein bisschen enttäuschend, den zweiten Platz in der letzten Runde praktisch verschenken zu müssen. Das Wichtigste war, das Rennen unter den ersten Drei beendet zu haben.»
«Gleich zu Beginn des zweiten Rennens unterliefen mir zwei Fehler hintereinander. Der erste passierte beim Herunterschalten, ich schaltete versehentlich in den Leerlauf, sodass ich keine Motorbremse hatte. Deshalb fuhr ich geradeaus in den Notausgang der ersten Schikane. Dort bin ich auf Nummer sicher gegangen, um eine Strafe zu vermeiden, und habe mich erst in etwa als Fünfter wieder im Feld eingereiht. Das hat es mir von Anfang an schwer gemacht, denn in diesem Bereich tobt immer ein heftiger Kampf um die Positionen. Später bin ich erneut einmal geradeaus gefahren, weil ich Probleme hatte, das Motorrad richtig abzubremsen. Ich habe mir das Rennen also quasi selbst ein wenig vermasselt. Trotzdem war es keine Katastrophe, aber natürlich will ich mehr, und ich denke, es war offensichtlich, dass die BMW bei dieser Hitze mehr zu kämpfen hat. Die nachträglich verhängte Strafe, von der ich erst erfahren habe, als ich schon am Weg zum Airport war, schmerzt natürlich, nicht nur deswegen, weil ich den Pokal zurückgeben muss, sondern vor allem wegen der verlorenen Punkte. Aber ich denke, dass die Berufung meines Teams eine Chance hat, zumal die Rennleitung 13 Runden lang Zeit gehabt hat, um anders zu reagieren, wie zum Beispiel mit einem Long-Lap-Penalty. Nichtsdestotrotz freue ich mich darüber derzeit bester BMW-Fahrer in der Meisterschaft zu sein. Das müssen wir mitnehmen und weitermachen, damit wir am nächsten Rennwochenende wieder konkurrenzfähiger sind.»
EN: First, with P3 on the podium; then to return the trophy
For Marcel Schrötter, all his efforts last weekend at the Autodrom Most in the Czech Republic were almost for nothing. The 33-year-old rider from Upper Bavaria received a time penalty after the event’s conclusion due to a protest filed by an opposing team for an incident in the first race.
Round three of the 2026 «EURO MOTO» season at the track of Most in the northwest of the country was marked by extremely hot conditions. Track temperatures of over 70 degrees put both the riders and their equipment to an ultimate test.
Marcel Schrötter went into the weekend full of confidence after celebrating his first victory as a rookie in the national Superbike Championship at the series' previous event in Brno.
The BMW rider started off with top three finishes in Friday's free practice sessions but could not finish higher than 11th in Superpole pre-practice session late in the afternoon.
Schrötter immediately made up for this slip-up by posting the second fastest lap time in Superpole 1 and also finished Superpole 2 in second place. This secured him the second spot on the front row for Sunday's races.
In the first race on Sunday afternoon, everything went according to plan at first. For much of the race, Schrötter was the only challenger to reigning champion and points leader Lukas Tulovic. It wasn’t until his tires started to drop that his run came to an end. In the closing stages, he came under pressure from Florian Alt, who was able to pass Schrötter on the final lap. However, his joy for finishing in third place, both at the finish line and during the podium ceremony, was dampened that evening when race officials imposed a three-second time penalty, causing him to drop to fifth place in the classification.
In the third lap, an incident occurred involving Lukas Toluvics, who pushed Schrötter off the racing line while passing him at the entry to the tight chicane, causing Schrötter to take the emergency exit and subsequently return to the track in accordance with the rules. An opposing team lodged a protest over this manoeuvre, which race control upheld. However, Schrötter’s GERT56 team immediately filed an appeal to regain third place.
The second race was very turbulent for Schrötter right from the start. A run-off at the first chicane due to a gear-shifting error immediately diminished his chances of building on his previous performance, and after another such incident, the race was practically over for him. Fifth place was therefore a case of damage control. Schrötter currently sits in second place in the championship standings, 33 points behind Tulovic.
The championship will continue with its next round on the first weekend of August at the Motorsport Arena Oschersleben. Before that, Schrötter will compete this weekend with his team, ERC Endurance, in the most important race of the World Endurance Championship, the «Suzuka 8 Hours» in Japan.
#23 Marcel SCHRÖTTER (GERT56 by RS Speedbikes, BMW M 1000 RR)
Grid position 2 / Race 1: P5 / Race 2: P5
«Overall, the weekend was okay. After a Friday that wasn’t exactly easy, followed by the detour from Superpole 1 to Superpole 2, we all did a good job. In Superpole 2, I managed to turn things around with a strong lap time, securing P2 on the grid. So, my starting position for the races was ideal. The first race went okay. I felt pretty comfortable at the start and was able to keep up with Lukas after he passed me with a slightly more aggressive move. But as the race went on, I couldn’t keep up the pace anymore. I also had problems with the tires, and I started getting arm pump. All of that together is hard to handle on this track. It’s a shame that Florian Alt was able to pass me on the last lap. It was a bit disappointing to practically give away second place on the final lap. The most important thing was to finish the race in the top three.»
«Right at the start of the second race, I made two mistakes in a row. The first happened while downshifting, I accidentally shifted into neutral, so I had no engine braking. As a result, I went straight into the emergency exit of the first chicane. There, I played it safe to avoid a penalty and didn’t rejoin the pack until I was roughly in fifth place. That made things difficult for me right from the start, because there’s always a fierce battle for positions in that part of the pack. Later on, I went straight again because I was having trouble to stop the bike properly. So, I basically messed up the race a bit for myself. Still, it wasn’t a disaster, but of course I want more, and I think it was obvious that the BMW struggles more in this heat. The penalty imposed retroactively, which I only found out about when I was already on my way to the airport, stings, of course, not just because I have to return the trophy, but mainly because of the lost points. But I think my team’s appeal has a chance of succeeding, especially since race control had 13 laps to react differently, for example, by issuing a long-lap penalty. Nevertheless, I’m happy to be the top BMW rider in the championship right now. We have to take that with us and keep going so that we’ll be more competitive again next race weekend.»
EURO MOTO SBK – Kombinierte Zeitenliste Freie Trainings:
1 Lukas TULOVIC / GER / Triple M Ducati Frankfurt / Ducati Panigale V4R / 1´32.745
2 Hannes SOOMER / EST / Masteroil Alpha Van Zon BMW / BMW M 1000 RR / 1´32.797 +0.052
3 Twan SMITS / NLD / Team Apreco – Yamaha / Yamaha YZF-R1 / 1´32.962 +0.217
4 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / 1´33.047 +0.302
EURO MOTO SBK – Superpole 2:
1 Lukas TULOVIC / GER / Triple M Ducati Frankfurt / Ducati Panigale V4R / 1´32.519
2 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / 1´32.695 +0.176
3 Twan SMITS / NLD / Team Apreco – Yamaha / Yamaha YZF-R1 / 1´32.799 +0.280
EURO MOTO SBK – Rennen 1 (16 Runden):
1 Lukas TULOVIC / GER / Triple M Ducati Frankfurt / Ducati Panigale V4R / 25´02.825
2 Florian ALT / GER / Holzhauer Racing Promotion / Honda CBR 1000 RR-R / +1.235
3 Twan SMITS / NLD / Team Apreco – Yamaha / Yamaha YZF-R1 / +4.702
…
5 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / +5.124
EURO MOTO SBK – Rennen 2 (16 Runden):
1 Lukas TULOVIC / GER / Triple M Ducati Frankfurt / Ducati Panigale V4R / 25´11.638
2 Florian ALT / GER / Holzhauer Racing Promotion / Honda CBR 1000 RR-R / +0.940
3 Twan SMITS / NLD / Team Apreco – Yamaha / Yamaha YZF-R1 / +4.093
…
5 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / +9.083
EURO MOTO SBK Stand:
1 Lukas TULOVIC / GER / Ducati / 129
2 #23 Marcel SCHRÖTTER / GER / BMW / 96
3 Florian ALT / GER / Honda / 87
